Preisabsprachen

Kartellamt verhängt Strafe gegen Flüssiggasunternehmen

Wegen unerlaubter Preisabsprachen hat das Bundeskartellamt an zwei weitere Flüssiggasunternehmen Bußgelder verhängt. Die Westfalen AG in Münster und der Propan Rheingast GmbH & Co. KG in Brühl müssen Strafen in Höhe von insgesamt 41,4 Millionen Euro zahlen, teilte das Bundeskartellamt mit.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Bonn (ddp.djn/red) - Den Unternehmen werden Kundenschutzabsprachen und Preisabstimmungen seit mindestens 1997 bis zu ihrer Durchsuchung im Mai 2005 zur Last gelegt. Bereits im Dezember 2007 und im Februar 2008 hatte das Bundeskartellamt gegen neun Unternehmen der Flüssiggasbranche sowie deren Geschäftsführer wegen ähnlicher Absprachen Bußgelder in Höhe von insgesamt 209 Millionen Euro verhängt.

Die Auswertung sichergestellter Unterlagen habe ergeben, dass sich die führenden Flüssiggasanbieter seit mindestens 1997 verständigt hatten, sich gegenseitig keine Kunden abzuwerben. Die Preise hätten auf einem Niveau gelegen, das weit über dem kleinerer, sogenannter freier Anbieter lag, hieß es. Kartellbedingt hätten sich Preisunterschiede von bis zu 100 Prozent ergeben.

Unternehmen weist Vorwürfe zurück

Die Westfalen AG wies die Beschuldigungen zurück. Einem Unternehmenssprecher zufolge würden durch die Behörde nicht zutreffende Parallelen zwischen den bereits mit Bußgeldern belegten Flüssiggasunternehmen und dem eigenen Haus gezogen. Dem Bundeskartellamt lägen keine Beweismittel vor, die bei der Westfalen AG direkt gewonnen worden seien, hieß es.

Ein Bußgeldbescheid ist den Angaben zufolge bereits rechtskräftig. Gegen die übrigen Bescheide wurden von den Unternehmen Einsprüche beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt.

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