Marktbeherrschung

Kartellamt untersagt Mainova-Beteiligung in Aschaffenburg

Der Frankfurter Energieversorger Mainova darf sich nicht mit 17,5 Prozent an der Versorgungstochter der Stadtwerke Aschaffenburg beteiligen. Das Bundeskartellamt sieht darin eine regionale und lokale Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung, die zu großen Spielräumen z.B. bei der Preissetzung führen kann.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (red) - Das Bundeskartellamt hat dem Strom- und Gasversorgungsunternehmen Mainova AG den Erwerb einer 17,5-prozentigen Beteiligung an der Energietochter der Stadtwerke Aschaffenburg, der Aschaffenburger Versorgungs GmbH, untersagt. Grund: Die beabsichtigte Beteiligung führe regional und lokal die Verstärkung marktbeherrschender Stellungen beim Absatz von Gas.

Im Einzelnen sehen die Wettbewerbshüter die Märkte für die Belieferung von Gasweiterverteilern und die Belieferung von Gaskleinkunden betroffen. Nach Einschätzung von Kartellamtschef Ulf Böge vergrößert eine weitere Verstärkung der Marktbeherrschung die Verhaltensspielräume der Unternehmen und damit nicht zuletzt auch den Preissetzungsspielraum zu Lasten der Verbraucher.

Die Untersagung der Zusammenarbeit bezeichnete er als "konsequente Fortsetzung der vom Bundeskartellamt verfolgten Linie, die Energiemärkte offen zu halten, um weiteren Marktverschließungseffekten entgegenzuwirken." Seiner Meinung nach können Marktverschließungseffekte auch von Beteiligungen ausgehen, die deutlich unter der 25-Prozent-Schwelle liegen.

Böge weiter: "Im Gasbereich, der nach wie vor von unterdurchschnittlich entwickeltem Durchleitungswettbewerb geprägt ist, grenzt das Bundeskartellamt die Märkte noch regional, nach der Reichweite eines Leitungsnetzes ab. Damit haben in der Regel auch regionale Unternehmen wie die Mainova eine marktbeherrschende Stellung inne, die durch eine Beteiligung an einem Stadtwerke-Kunden verstärkt wird."

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