Zugeständnisse

Kartellamt stellt Verfahren gegen Gasversorger ein

Das Bundeskartellamt will weitere Missbrauchsverfahren gegen zahlreiche Gasversorger einstellen. Dies sagte eine mit der Situation vertraute Person am Donnerstag der Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Die Unternehmen hätten im Gegenzug Zugeständnisse gegenüber dem Kartellamt gemacht.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Bonn (ddp/sm) - Ein Großteil der noch anhängigen Verfahren werde eingestellt, hieß es. Auch die Verfahren gegen Unternehmen aus dem RWE-Konzern würden eingestellt. Details zu diesen Zugeständnissen, die die Unternehmen gemacht haben sollen, wurden zunächst nicht bekannt.

Das Kartellamt will sich am Montag in einer Pressekonferenz in Bonn zu den Gasverfahren äußern. Bei RWE hieß es auf Anfrage, das Unternehmen kommentiere laufende Verfahren nicht. Der Essener Konzern hatte vor zwei Wochen bereits Gaspreissenkungen für Anfang 2009 angekündigt, sich aber noch nicht zur Höhe und zum genauen Zeitpunkt geäußert.

Das Kartellamt hatte im März zunächst gegen 35 regionale Gasversorger Verfahren wegen des Verdachts missbräuchlich überhöhter Gaspreise für Haushalts- und Gewerbekunden eingeleitet. Später wurden noch weitere Unternehmen in die Ermittlungen mit einbezogen. Die Verfahren betrafen die Preisgestaltung in den Jahren 2007 und 2008. Die Behörde hatte den Schritt mit Untersuchungen begründet, die gezeigt hatten, dass es bei den deutschen Gaspreisen teilweise Abweichungen von 25 bis 45 Prozent und mehr gibt.

Die Verfahren gegen die Regionalversorger des größten deutschen Energiekonzerns E.ON hatte das Kartellamt bereits im Oktober eingestellt. Der Düsseldorfer Konzern machte finanzielle Zusagen im Volumen von insgesamt 55 Millionen Euro und verschob eine eigentlich schon für Anfang Oktober geplante Preiserhöhung auf Dezember.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Gasuhr

    Rückzahlungen für viele Gaskunden in Sicht (Upd.)

    Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat so entschieden wie erwartet, und so können Millionen Gaskunden auf Rückzahlungen hoffen. Es geht dabei um strittige Sonderverträge, die etwa bei RWE rund jeder vierte Gaskunde hat. Allerdings ist jetzt der Bundesgerichtshof erst mal am Zug.

  • Finanzierung

    Kartellamt nimmt Fernwärmepreise unter die Lupe

    Wegen des Verdachts überhöhter Fernwärmepreise hat das Bundeskartellamt Verfahren gegen sieben Versorgungsunternehmen eingeleitet. Auslöser waren die Ergebnisse der im August 2012 abgeschlossenen Sektoruntersuchung Fernwärme, teilte die Wettbewerbsbehörde am Donnerstag mit.

  • Stromtarife

    Zeitung: Kartellamt will Senkung der Gaspreise erzwingen

    Das Bundeskartellamt will einem Zeitungsbericht zufolge knapp 30 deutsche Gasversorger zu Entlastungen für ihre Kunden verpflichten. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmens- und Behördenkreise berichtete, arbeitet das Kartellamt an einem breit angelegten Vergleich mit allen Versorgern, gegen die es im Frühjahr Missbrauchsverfahren eingeleitet hatte.

  • Stromtarife

    Maas fordert Kartellamt zum Eingreifen beim Gaspreis auf

    Der saarländische SPD-Landeschef Heiko Maas fordert das Bundeskartellamt angesichts der steigenden Gaspreise zum Eingreifen auf. Trotz der sinkenden Ölpreise müssten Verbraucher weiter mit steigenden Gaspreisen rechnen.

  • Hochspannungsleitung

    Kartellamt stellt Gas-Verfahren gegen E.ON-Töchter ein (Upd.)

    Das Bundeskartellamt hat die ersten Verfahren gegen Gasversorgunger im Haushalts- und Gewerbekundenbereich abgeschlossen. Sechs regionale Unternehmen, an denen E.ON mehrheitlich beteiligt ist, haben gegenüber der Behörde finanzielle Zusagen zugunsten ihrer Kunden von insgesamt 55 Millionen Euro gemacht.

Top