Beteiligung

Kartellamt genehmigt EnBW Einstieg bei EWE

Das Bundeskartellamt hat den Einstieg des Versorgers Energie Baden Württemberg (EnBW) beim Oldenburger Versorger EWE genehmigt. Der Karlsruher Energiekonzern darf sich demnach mit 26 Prozent an EWE beteiligen - aber unter Auflagen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Bonn (ddp/red) - Das teilte die Bonner Behörde am Montag mit. Beide Unternehmen müssen sich jedoch von wesentlichen Unternehmensbeteiligungen trennen.

EWE und EnBW haben sich dazu verpflichtet, die Beteiligung von EWE an der Verbundnetz Gas AG (VNG) oder die EnBW-Beteiligung Geso Beteiligungs- und Beratungs AG an Dritte zu veräußern. Geso hält den Angaben zufolge unter anderem Beteiligungen an der Enso Energie Sachsen Ost AG und der Drewag Stadtwerke Dresden GmbH.

EnBW und EWE hatten Pläne zur 26-Prozent-Beteiligung der Karlsruher vor knapp einem Jahr mitgeteilt. Der Anteil stammt zum Teil aus den Beständen der kommunalen EWE-Eigner und zum anderen Teil aus einer Kapitalerhöhung. Der Wert der Transaktion wurde damals auf rund 2,0 Milliarden Euro beziffert.

Das Kartellamt erklärte, dass im Bereich Strom keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken bestanden hätten. Dagegen hätte der Zusammenschluss im Bereich Gas zur Verstärkung marktbeherrschender Stellungen von Beteiligungsunternehmen in Ostdeutschland geführt. Um eine daraus resultierende Untersagung der Beteiligung abzuwenden, hätten sich die Unternehmen zur Abgabe relevanter Bereiche verpflichtet. EnBW und EWE müssten sich jetzt für einen der Verkaufsvorschläge entscheiden.

Mit der geplanten Übernahme des EWE-Anteils von knapp 48 Prozent an der VNG durch EnBW ist dabei wohl bereits eine Vorentscheidung getroffen. Diese Absicht hatten EnBW und EWE Mitte Mai bekanntgemacht. Nachdem der Einstieg von EnBW bei EWE genehmigt wurde, müssen die Wettbewerbshüter nun in einem weiteren Verfahren über den Verkauf der EWE-Anteile an der VNG an EnBW entscheiden. Das Kartellamt will bis zum 15. September darüber befinden.

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