Missbrauchsverfahren

Kartellamt ermittelt vorerst gegen fünf Gasversorger

Die hohen Erdgaspreise im Versorgungsgebiet der Mitteldeutschen Gasversorgung GmbH, der MVV Energie AG, der SWU Energie GmbH, der Thüga Aktiengesellschaft Erdgas Allgäu-Oberschwaben und der ODR werden vom Bundeskartellamt jetzt genauer unter die Lupe genommen, teilten die Verbraucherschützer heute mit.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (ddp/sm) - Das Bundeskartellamt hat derzeit besonders Energieversorger im Visier. Sein Amt sehe beispielsweise in langfristigen Gasbezugsverträgen, die zu 80 Prozent und mehr den Bedarf eines Verteilerunternehmens abdecken, einen "Marktschließungseffekt", sagte Kartellamts-Präsident Ulf Böge am Dienstag in Bonn. Dies sei eine Wettbewerbsbeschränkung. Das Amt werde die in diesem Zusammenhang gegen 16 Gasversorger, darunter E.ON Ruhrgas, RWE, Wingas und VNG, eingeleiteten Verfahren im kommenden Jahr abschließen.

Darüber hinaus habe das Amt gegen vorerst fünf Unternehmen der Gaswirtschaft förmliche Untersagungsverfahren wegen des Verdachts "missbräuchlich überhöhter Gaspreise" eingeleitet. Dies sind die Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH (RWE), die MVV Energie AG, die SWU Energie GmbH (Stadtwerke Ulm), die Thüga Aktiengesellschaft Erdgas Allgäu-Oberschwaben (E.ON) und die EnBW Ostbadenwürttemberg Donau/Ries AG ODR. Diese Unternehmen gehörten nach den derzeitigen Erkenntnissen zu den teuersten Gasanbietern im Zuständigkeitsbereich des Kartellamtes, begründete die Behörde ihre Entscheidung. Es sei nicht ausgeschlossen, dass weitere Missbrauchsverfahren eingeleitet werden.

Böge stellte zudem die Bindung des Gaspreises an den Ölpreis in Frage. Diese Preiskoppelung sei aus Sicht der Endkunden intransparent und nicht nachvollziehbar. Das Kartellamt werde daher das System untersuchen, falls die laufenden Verfahren gegen die Gaswirtschaft ergäben, dass der Verdacht missbräuchlichen Verhaltens zutreffe.

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