Grünes Licht

Kartellamt erlaubt E.ON-Beteiligung an Stadtwerken Straubing

Weil keine Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung zu erwarten ist, hat das Bundeskartellamt gestern die Übernahme von knapp 20 Prozent an den Stadtwerken Straubing durch E.ON Bayern genehmigt. Gleichzeitig werden verschiedene Stromversorgungsanlagen des Niederspannungsnetzes und Stromlieferverträge an das Elektrizitätswerk Wörth abgegeben.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Die E.ON Bayern AG darf 19,9 Prozent an der Stadtwerke Straubing Strom und Gas GmbH übernehmen. Damit genehmigte das Bundeskartellamt gestern den bereits im November vergangenen Jahres beantragten Zusammenschluss. Im Gegenzug gibt E.ON Bayern Stromversorgungsanlagen des Niederspannungsnetzes und Kundenbeziehungen/Stromlieferverträge in verschiedenen Gebieten an das Elektrizitätswerk Wörth ab. Dadurch soll die Zersplitterung der Stromversorgungsgebiete in der Umgebung der Stadt Straubing aufgehoben werden.

E.ON Bayern ist überwiegend in Bayern in der Erzeugung und der Lieferung von Strom, Gas und Wärme tätig. Der Stromabsatz von E.ON Bayern betrug im Jahr 2001 etwa 34 Terawattstunden. Die Stadtwerke Straubing ist in der Versorgung und dem Handel mit Strom, Gas, Wasser und Wärme und der Einrichtung und dem Betrieb von öffentlichen Bädern sowie des öffentlichen Personennahverkehrs tätig. Der alleinige Gesellschafter ist die Stadt Straubing. Derzeit bezieht das Unternehmen seinen Strom von der Kooperationsgesellschaft Ostbayerischer Versorgungsunternehmen mbH (KOV), einem Gemeinschaftsunternehmen von 33 Stadt- und Gemeindewerken im ehemaligen Absatzgebiet der OBAG AG. Das Elektrizitätswerk Wörth ist – teilweise über ihre Tochtergesellschaft EV Heider - im Bereich der Lieferung von Strom an Endkunden in Wörth a.d.D. und den umliegenden Gemeinden tätig, wo das Unternehmen eigene Netze betreibt.

Bei der Prüfung des Zusammenschlussvorhabens kam das Bundeskartellamt zu dem Schluss, dass es weder im Strombereich noch im Gasbereich zu der Entstehung oder Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung kommt, die nicht durch gleichzeitig durch das Zusammenschlussvorhaben eintretende Verbesserungen der Wettbewerbsbedingungen überwogen werden würde.

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