Pilotprojekt

Karlsruhe will Abwärme aus Ölraffinerie als Fernwärme nutzen

Die Stadtwerke Karlsruhe planen in Zusammenarbeit mit der ortsansässigen Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO), die im Raffinerieprozess entstehende Abwärme zur Fernwärmeversorgung der Stadt zu nutzen. Das Pilotprojekt wird innerhalb der BMU-Klimaschutzinitiative mit fünf Millionen Euro gefördert.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Karlsruhe (red) - "Das Projekt zeigt, wie sehr es sich für Bürgerinnen und Bürger sowie den Klimaschutz auszahlt, wenn kommunale und gewerbliche Unternehmen eng zusammen wirken“, sagte Umweltminister Gabriel.

Die Stadtwerke Karlsruhe haben Fernwärme bislang mit fossilen Brennstoffen wie Steinkohle und Erdgas größtenteils in Kraft-Wärme Kopplung erzeugt. Bei der MiRO entsteht Niedertemperatur-Abwärme, die bisher im Prozess nicht nutzbar war. Durch eine neuartige Technik zur Wärmeübertragung lasse sich dieses Potential nun erschließen und über eine neue Transportleitung in das Fernwärmenetz der Stadt einspeisen.

Mit der Abwärme aus der Raffinerie kann der Grundlastbedarf der städtischen Fernwärme umweltfreundlich gedeckt werden. Sie entspricht einer Wärmemenge, die 20.000 Haushalte benötigen. Dadurch würden allein in der derzeit geplanten ersten Ausbaustufe 65.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

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