Aussprache

Kanzlerin lädt Konzernchefs zum Atomgipfel

Erstmals seit Antritt der schwarz-gelben Bundesregierung trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Vorstandsvorsitzenden der vier großen Energiekonzerne E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW. Das Treffen sei für Mittwoch im Kanzleramt geplant, hieß es.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/red) - Nach Informationen der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Freitagausgabe) aus Regierungskreisen geht es bei dem Treffen am Mittwoch im Kanzleramt um die in der Koalition umstrittene Laufzeitverlängerung für die Kernkraftwerke und die Einführung einer Brennelementesteuer. Die Energiekonzerne drängen angeblich auf eine Laufzeitverlängerung von mindestens 15 Jahren und drohen mit einer Klage gegen die Einführung einer solchen Steuer.

Unterdessen forderten die bayerischen Energieversorger von der Bundesregierung in Sachen Energiepolitik eine Weichenstellung. "Wir müssen klar sehen, welche Restlaufzeiten die Kernkraftwerke noch bekommen", sagte der Geschäftsführer des Verbandes der bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW), Jörn-Helge Möller, am Donnerstag anlässlich einer zweitägigen Expertentagung in Würzburg. Zudem müsse festgelegt werden, wie künftig erneuerbare Energien gefördert und die Netze intelligent umgestaltet werden sollen. Damit diese nicht an die Kapazitätsgrenzen stoßen, müssten "dringend" die dazu gehörenden Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Sein VBEW-Vorstandskollege Norbert Breidenbach rügte das "Rumgeeiere" der Regierung in der Energie- und Atompolitik. So sei etwa das Problem der Endlagerung von hoch radioaktiven Reststoffen nicht gelöst. Diese würden derzeit dezentral an den Kraftwerksstandorten überirdisch gelagert. "Und das kann es ja auch nicht sein", sagte er. Hier müsse eine Lösung gefunden werden, unabhängig von einer eventuellen Laufzeitverlängerung.

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