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Kaminöfen im Nordosten immer beliebter

Der Ofen ist noch lange nicht aus. Wurde Dieter Ziwanowic mit seinem großen Angebot an Kaminen und Öfen nach der Wende noch belächelt, reißt der Käuferstrom jetzt fast nicht ab. Vor allem die sparsamen Häuslebauer denken ernsthaft über die Nachrüstung eines Kamins nach.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Rostock (ddp/sm) - Vor allem nach dem Wintereinbruch im Münsterland vor wenigen Wochen mit seinen katastrophalen Folgen für viele Landbewohner häuften sich die Aufträge bei der Kaminbaufirma "Müller & Zi" nahe Rostock. "Die Leute wollen wenigstens eine störungsfreie Heizquelle unabhängig von Gas und Öl haben", sagt Ziwanowic, der selbst Feuer und Flamme für die bullernden Öfen ist.

Nicht nur von Berufs wegen schwärmt auch Schornsteinfeger Ingo Ziola für das "offene Feuer" in der Wohnung. "Die Wärme ist eine andere. Das ist viel gemütlicher als eine Heizung. Und man spart", sagt der Greifswalder. In den vergangenen Wochen registrierte er einen "extremen" Zulauf an neuen Kunden. "Kollegen vor allem auf dem Land haben mindestens einmal täglich eine Anfrage, ob ein Kamin angeschlossen werden darf", sagt der Obermeister der Landesinnung. Gut ein Drittel mehr dieser Zusatzheizungen hätten die Schornsteinfegermeister im Vergleich zum Vorjahr zu betreuen. In der Stadt seien die Leute noch zurückhaltender mit Kaminen und Öfen.

Etwa zehn Prozent mehr Umsatz verzeichnet auch die Firma "Müller & Zi" im Jahresvergleich - und zwar seit Einführung der Ökosteuer. Vor allem die sparsamen Häuslebauer denken ernsthaft über die Nachrüstung eines Kamins nach. "Die Kosten für Gas und Öl steigen. Der Preis für einen Festmeter Holz ist überschaubar", begründet Ziwanowic. Dafür legen Hausbesitzer auch bei der Investition gern mehr Geld auf den Tisch. "Nach zehn Jahren fragt keiner mehr, ob der Kamin billig war, sondern ob er noch einwandfrei funktioniert."

Den kompletten Wechsel auf eine Ofen-Zentralheizung trauten sich aber nur wenige, sagt Ziwanowic. Die meisten setzten auf eine Zusatzheizung. "Viele haben ihre Häuser ja schon vorgerüstet. Aber auch der nachträgliche Einbau ist möglich." Auf 150 Kamine verkauft er im Schnitt nur einen Kachelofen. Das sei dann schon war für Liebhaber, sagt der Unternehmer, dessen Kunden vor allem auf beige- und erdfarbene Geräte stehen.

Hauptsache die Qualität sei in Ordnung und der Kamin fachgerecht angeschlossen, sagen die Schornsteinfeger. Sie müssen die Anlage erst genehmigen, bevor das erste Streichholz gezündet werden darf. Kohleschornsteine würden öfter überprüft als die von Gas- und Ölheizungen, sagt Ziola. Deshalb sieht er auch die Zukunft seiner Zunft gelassen. Fast 400 Schornsteinfeger gibt es in den landesweit 178 Kehrbezirken. Allein in diesem Jahr werden fast 50 Lehrlinge ausgebildet, mehr als in den Vorjahren.

Über ein Drittel der knapp 720 000 Wohnungen in Mecklenburg-Vorpommern bezieht Fernwärme, wie aus der jüngsten Erhebung des Statistischen Landesamtes von 2002 hervorgeht. Fast 50 000 Wohnungen werden noch über Öfen geheizt. Vor allem die Vorpommern erwärmen sich immer noch an der heißen Kachel. Jede zehnte Wohnung wird hier mit Holz, Kohle und Briketts warm gehalten.

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