Holz-Trend

Kaminfeuer prasseln trotz mildem Winter

Die Nachfrage nach Brennholz ist trotz des milden Winters ungebrochen. Damit hätten sich auch die Preise stabil gehalten, berichten Branchenexperten. Das Heizen mit Brennholz sei aber fast dreißig Prozent günstiger als mit Öl oder Gas und zudem umweltverträglicher.

Kaminfeuer© E. Schittenhelm / Fotolia.com

München (dpa/red) - Ein prasselndes Feuer im Kamin oder Schwedenofen: Heizen mit Eichen-, Buchen- oder Fichtenscheiten ist in - und das nicht nur im waldreichen Bayern. Wer sich für diesen Energieträger entscheidet, tut auch Gutes für die Umwelt. Brennholz gilt als weitgehend CO2-neutral. Außerdem wächst es nach und kommt meist aus heimischen Wäldern. Selbst in diesem bisher viel zu milden Winter ist die Nachfrage ungebrochen. "Viele Haushalte schalten an wärmeren Tagen die Zentralheizung aus und befeuern nur den Ofen oder Kamin", erklärt Klaus Egly vom Bundesverband Brennholzhandel und Brennholzproduktion.

Holzpreise geben nicht nach

Die Preise für Brennholz haben daher kaum nachgegeben. Derzeit liegen sie bundesweit im Schnitt bei 75 bis 80 Euro pro Kubikmeter Schüttholz - auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr. "Da kann es aber durchaus regionale Unterschiede geben", meint Egly. So kostet im Raum Stuttgart ein Kubikmeter etwa 110 Euro, im Westerwald hingegen nur gut 73 Euro. Den letzten großen Preissprung habe es 2006 gegeben.

Größter Holzvorrat in Bayern

Mit einer Waldfläche von fast 2,5 Millionen Hektar ist Bayern der größte Brennholzlieferant in Deutschland. Dort steht gut ein Drittel des gesamten deutschen Holzvorrats. Zusammen mit Baden-Württemberg sind es sogar 50 Prozent, wie Robert Morigl vom bayerischen Landwirtschaftsministerium sagt. In Bayern mit seinen sehr ländlichen Strukturen werde schon seit Generationen mit Holz geheizt. Fährt man hier über Land, fällt das auch auf: Das Holz vor der Hütte ist hier deutlich häufiger zu finden als etwa in Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder Brandenburg.

Enorme Nachfrage zu Beginn

Auch Ina Nöltgen vom gleichnamigen Brennholzbetrieb Gebr. Nöltgen in Nordrhein-Westfalen kann über den milden Winter nicht klagen. Gerade zu Beginn der Saison habe es eine enorme Nachfrage gegeben. "Wir hatten noch nie sieben Wochen Lieferzeit. Brennholz sollte am besten im Sommer bestellt werden", sagt Nöltgen. Es sei geradezu paradox, dass ausgerechnet in diesem Winter die Nachfrage viel größer war als im Vorjahr: "Die Leute hatten wohl den vergangenen Winter im Kopf, der sehr kalt war und extrem lang dauerte."

Konkurrenz aus Osteuropa

Kopfschmerzen bereitet Joachim Bauer vom Buchenbauer in Kissing bei Augsburg die Konkurrenz aus Osteuropa. Da werde Holz aus Rumänien, Russland, Polen oder Lettland teils zu niedrigeren Preisen angeboten. Oft komme die Ware bereits fertig aufgestapelt in Kisten an - sehr verbraucherfreundlich. "Die Qualität ist aber nicht immer gut."

Bus zu 30 Prozent Ersparnis mit Holz

Auch wenn die Preise in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen sind, ist es immer noch günstiger, mit Holz zu heizen als mit Öl oder Gas. "Da spart man bis zu 30 Prozent", betont Verbandschef Egly. Gut 25 Millionen Kubikmeter reinen Scheitholzes würden in ganz Deutschland pro Jahr verheizt, überwiegend von privaten Haushalten.

Hinzu kommen noch die Holzprodukte Pellets und Hackschnitzel, die in Schulen oder Schwimmbädern eingesetzt werden. Beim Brennholzbedarf gibt es ein starkes Nord-Süd-Gefälle. Die meisten Produzenten und Verbraucher sitzen laut Egly in Bayern und Baden-Württemberg.

Quelle: DPA

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