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Kältestes Geothermie-Kraftwerk der Welt hat Geburtstag

Innerhalb eines Jahres hat das Erdwärme-Kraftwerk Neustadt-Glewe weitgehend störungsfrei fast 500 000 Kilowattstunden Strom erzeugt. Im kommenden Jahr soll die Strommenge auf 850 000 Kilowattstunden gesteigert werden, zudem soll der Winterstillstand in diesem Jahr kürzer ausfallen als im letzten Winter.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Neustadt-Glewe (red) - Am 12. November 2004 ist das erste Erdwärme-Kraftwerk Deutschlands genau ein Jahr am Netz. Fast 300 Haushalte im mecklenburgischen Neustadt-Glewe erhalten seitdem ihren Strom aus der Erde.

Betreiber des Kraftwerks ist die Erdwärme Kraft GbR (Berlin). An ihr beteiligt sind die zu Vattenfall Europe gehörende Bewag, sowie die Schweriner WEMAG AG und die Landauer LanGeo GmbH. Nach einem Produktionsjahr ziehen die Betreiber Bilanz: In den letzten zwölf Monaten wurden 500 000 Kilowattstunden Strom meist störungsfrei erzeugt, planmäßig mit 72-stündiger Überwachungsfreiheit rund um die Uhr.

2005 soll die bisher erzeugte Strommenge auf 850 000 Kilowattstunden gesteigert werden. In der kalten Jahreszeit hat die Erzeugung von Wärme zwar Vorrang vor Strom, dennoch soll der Stillstand der Anlage im kommenden Winter kürzer ausfallen als letzten Winter.

Das einzige deutsche Geothermie-Kraftwerk ist gleichzeitig das kälteste Erdwärme-Kraftwerk der Welt. Aus 2200 Metern Tiefe wird 96 bis 97 Grad heißes Wasser gepumpt, das seine Energie über Wärmetauscher an einen Turbinenkreislauf abgibt. Das Wasser wird anschließend in die Erde zurückgepumpt.

Die Erde biete mit ihrer Eigenwärme eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle. Mehr als 99 Prozent der Erdmasse sind wärmer als 1000 Grad Celsius, erklärt die Bewag. Diese Energie sei - im Unterschied zu Wind- und Sonne - ständig verfügbar und nicht von Tageszeit oder Wetter abhängig. Anlagen zur Erdwärme-Gewinnung beanspruchen wenig Platz, da sie weitgehend unterirdisch sind, und sind sehr umweltverträglich, da keine Verbrennung stattfindet.

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