Kurz vor knapp

Kabinett verabschiedet Nationalen Allokationsplan

Heute haben auch die restlichen Minister aus Bundeskanzler Schröders Führungsmannschaft dem Nationalen Allokationsplan (NAP) zugestimmt. In Deutschland sind knapp 2600 Anlagen betroffen. Heute noch muss der NAP nach Brüssel gemeldet werden, da die Frist sonst verstrichen ist.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.vwd/sm) - Das Bundeskabinett hat heute den Nationalen Allokationsplan zur Aufteilung von Zertifikaten für den Emissionshandel beschlossen. Der Plan, der in Deutschland rund 2600 Anlagen betrifft, sollte im Anschluss nach Brüssel gemeldet werden. Die Europäische Union hatte den 31. März als Frist dafür gesetzt.

Über den Nationalen Allokationsplan hatten Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) lange gestritten. Eine Einigung war erst in der Nacht zu Dienstag bei Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gelungen.

Die Grundidee des Emissionshandels besteht darin, dass den Industrieunternehmen eine bestimmte Emissionsmenge von Kohlendioxid zugebilligt wird. Kommt ein Unternehmen mit weniger Zertifikaten aus, etwa durch Investitionen, können diese Scheine veräußert werden. Unternehmen, die mehr brauchen, müssen dagegen zukaufen. Der Zertifikatehandel ist somit ein marktwirtschaftliches Instrument, die Emissionsprobleme unter wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten anzugehen.

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