Radioaktiv unbedenklich

K+S darf wieder Salzlauge aus Asse abpumpen

Das Kasseler Unternehmen K+S AG darf wieder Salzlauge aus der Schachtanlage Asse II zum Fluten des ehemaligen Kalibergwerks Mariaglück in Höfer (Samtgemeinde Eschede) beziehen. Eine entsprechende Genehmigung zur Einleitung von "unbedenklicher Asse-Lauge" sei am Freitag auf der Grundlage eines TÜV-Gutachtens erteilt worden

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hannover/Höfer (ddp-nrd/sm) - Die Genehmigung schreibe vor, dass die Salzlauge vor jedem Abtransport aus dem Atommülllager Asse umfangreich auf Radioaktivität geprüft werden müsse, teilte das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Hannover mit. Ein Abtransport erfolge nur, wenn die Salzlauge nach strengen Kriterien als radiologisch unbedenklich freigegeben werde. Die Prüfung nimmt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) unter Hinzuziehung von Sachverständigen vor.

Der Abtransport der Asse-Salzlauge ins Bergwerk Mariaglück war im Juni 2008 vom niedersächsischen Umweltministerium vorsorglich untersagt worden. Hintergrund war die Diskussion um die Zukunft des einsturzgefährdeten Atommülllagers und die Gefährlichkeit des radioaktiven Abfalls.

Laugen unbedenklich

Grundlage der jetzigen Erlaubnis ist den Angaben zufolge ein Gutachten des TÜV Nord, der im Auftrag des LBEG Laugenproben aus Mariaglück untersucht hatte. Danach sind die bisher in das Bergwerk Mariaglück eingeleiteten Salzlaugen aus der Schachtanlage Asse "für die Bevölkerung radiologisch unbedenklich". Laut Gutachten würden die entsprechenden zulässigen Werte "in ihrer Summe nur zu einem Bruchteil ausgeschöpft".

Einem LBEG-Sprecher zufolge waren die Untersuchungsergebnisse in Gesprächen mit Landtags- und Kreistagsabgeordneten, Bürgern und Bürgerinitiativen sowie Vertretern des BfS und des niedersächsischen Umweltministeriums erörtert worden. Unmittelbar vor Erteilung der Genehmigung habe es am Donnerstag ein abschließendes Gespräch zwischen dem Gemeinderat der Samtgemeinde Eschede sowie Vertretern von K+S AG, TÜV und LBEG in Eschede gegeben.

Der LBEG-Sprecher versicherte auf ddp-Anfrage, dass es sich ausschließlich um Frischlauge handeln werde, die weit oberhalb des radioaktiven Abfalls abgeschöpft werde. Einige hundert Meter darunter lagern rund 126 000 Fässer mit Atommüll.

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