Projekt vorantreiben

Joschka Fischer wird Berater für Nabucco-Pipeline

Nach Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zieht es offenbar auch Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne) zu einem Pipeline-Projekt. Wie das "Manager Magazin" berichtet, soll Fischer das Nabucco-Vorhaben politisch und öffentlichkeitswirksam vorantreiben.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (ddp/red) - Fischer habe dazu einen Beratervertrag mit der Betreibergesellschaft unterzeichnet, der ihm jährlich ein sechsstelliges Salär garantiere, heißt es unter Berufung auf Insider.

Pipeline durch Kaspisches Meer nach Europa

Das Nabucco-Vorhaben sieht die Versorgung Europas mit Erdgas über eine rund 3300 Kilometer lange Leitung vom Kaspischen Meer unter anderem durch die Türkei, Rumänien und Bulgarien vor. Das Vorhaben ist politisch brisant, weil es Europa vom russischen Gas unabhängiger machen soll. Fischer solle in seiner Beraterrolle vor allem die Türkei freundlich stimmen, die dem Bericht zufolge das Nabucco-Projekt als eine Art Faustpfand zum EU-Beitritt betrachtet.

RWE hofft auf Unterzeichnung des Abkommens

Unterdessen geht der Energieversorger RWE davon aus, dass ein zwischenstaatliches Abkommen zwischen den fünf Transitländern der Erdgaspipeline Nabucco im Juli unterzeichnet wird. Dies sagte Neil McMillan, RWE-Chef für politische Zusammenarbeit und Strategie, der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Donnerstag. RWE ist Teil des Planungskonsortiums.

Schröder ist Aufsichtsratschef der Betreibergesellschaft der im Bau befindlichen Ostsee-Pipeline zwischen Russland und Deutschland. An dem sogenannten Nord-Stream-Projekt sind neben dem Versorger E.ON auch die niederländische Gasunie und der russische Gasförderer Gazprom beteiligt.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Gazprom

    Gazprom liefert wieder mehr Gas nach Europa

    Der Konzern teilte am Freitag in Moskau mit, sein Anteil an den Gasexporten nach Europa werde in diesem Jahr "realistischerweise" 33 Prozent betragen - und damit ein gutes Stück größer sein als 2012 mit 26 Prozent. Das liegt den Angaben zufolge vor allem an dem ungewöhnlich kalten März, auf den Europa nicht vorbereitet gewesen sei.

  • Gasvergleich

    Nord Stream prüft Gaspipeline auf Ausbau

    Die Ostseepipeline, die bereits seit 2011 Deutschland mit Gas aus Russland versorgt, erhält möglicherweise eine Erweiterung. Derzeit soll eine Studie durchgeführt werden, die die Möglichkeiten für einen weiteren Ausbau untersucht. Eine zweite Pipeline des Unternehmens Nord Stream wird Ende des Jahres in Betrieb genommen.

  • Stromtarife

    Gazprom verschiebt Bau von Gaskraftwerken in Deutschland

    Gazprom hat das Projekt zum Bau eines Gaskraftwerks in Eisenhüttenstadt nach einem Medienbericht vorerst auf Eis gelegt. "Auch uns trifft die Krise. Da muss man Prioritäten bei den Investitionen setzen", sagte ein Sprecher der Gazprom Germania GmbH der "Märkischen Oderzeitung".

  • Energieversorung

    EU-Gipfel: Neuer Rückschlag für Nabucco-Pipeline (Upd.)

    Das ehrgeizige Projekt der Nabucco-Pipeline hat einen neuen Rückschlag erlitten. Bei einem EU-Energiegipfel in Prag versagten die kaspischen Gaslieferländer Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan ihre Unterstützung für die Pipeline, mit der ab 2014 Erdgas unter Umgehung Russlands nach Europa gepumpt werden soll.

  • Strompreise

    Zeitung: RWE Atomkraftwerk in Bulgarien droht zu scheitern

    Der geplante Bau des Atomkraftwerkes in Belene (Bulgarien) steht offenbar auf der Kippe. Die bulgarische Regierung habe Schwierigkeiten, den Eigenanteil von 51 Prozent zu finanzieren, wie die Zeitung "Die Welt" am Montag berichtete. RWE habe sich bereit erklärt, 49 Prozent an dem Meiler zu finanzieren.

Top