Umstieg

Jenaer Stadtwerke verzichten künftig auf Atomstrom

Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck verzichten nach der Reaktorkatastrophe in Japan künftig auf Strom aus Atomkraftwerken. Der Strombezug werde zum 1. April komplett auf alternative Energien aus Wind- und Wasserkraft umgestellt, teilte das Unternehmen am Freitag in Jena mit.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Jena (dapd-lth/red) - Bislang habe der Anteil der Kernenergie am Strommix bei elf Prozent gelegen. "Wir wollen als Stadtwerke Energie ein Zeichen in der aktuellen Energiedebatte setzen", begründete Geschäftsführer Martin Fürböck den Schritt.

Zusatzkosten durch die Umstellung würden vorerst nicht an die Kunden weitergegeben, sagte Fürböck. Das Unternehmen trage die Mehrkosten mindestens für die Jahre 2011 und 2012 selbst.

Die Stadtwerke Energie sind lokaler Energieversorger der Städte Jena und Pößneck. Das Unternehmen beliefert nach eigenen Angaben rund 70.000 Kunden in Ostdeutschland mit Strom, Erdgas und Fernwärme.

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