Grünes Licht vom Gericht

Japan darf weitere Atomreaktoren wieder hochfahren

Fünf Jahre nach Fukushima hat ein Gericht grünes Licht gegeben: In Japan dürfen zwei weitere Atomreaktoren wieder hochgefahren werden. Bislang sind bereits zwei Reaktoren wieder in Betrieb. Nach der Katastrophe waren alle Atomanlagen in Japan abgeschaltet worden.

Laufzeitverlängerung© Gabriele Rohde / Fotolia.com

Tokio (AFP/red) - Knapp fünf Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat ein japanisches Gericht grünes Licht für das Wiederhochfahren zweier weiterer Atomreaktoren gegeben. Das Bezirksgericht von Fukui im Westen des Landes hob am Donnerstag die Entscheidung einer niedrigeren Instanz auf, dem Betreiber Kansai Electric Power das Betreiben zweier Reaktoren in der Atomanlage Takahama zu untersagen. Die Genehmigung der japanischen Atomaufsichtsbehörde zum Anfahren der Reaktoren weise keine Fehler auf, urteilte der zuständige Richter. Es gebe keinen Hinweis auf konkrete Gefahren für die Anwohner des Kraftwerks.

Wiederanfahren wurde zunächst untersagt

Im April hatte ein Gericht in Fukui dagegen geurteilt, die Richtlinien der Atomaufsicht zur Genehmigung von Kraftwerken seien zu locker, und das Wiederhochfahren der Reaktoren untersagt. Nach der Katastrophe von Fukushima im März 2011 waren in Japan alle Atomanlagen abgeschaltet worden. Seitdem gelten verschärfte Sicherheitsauflagen. Bislang gingen zwei Reaktoren im Südwesten Japans wieder ans Netz.

Japan will bis zum Jahr 2030 bis zu 22 Prozent seiner Energie wieder aus Atomstrom beziehen. Dass die konservative Regierung trotz Protesten der Bevölkerung zur Nuklearenergie zurückkehrt, hat vor allem wirtschaftliche Gründe: Japan kämpft mit Handelsdefiziten, vor allem wegen der hohen Kosten für fossile Brennstoffe.

Quelle: AFP

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ende-Mit-Kernenergie

    Energiewende fordert ihren Tribut: RWE und Eon kämpfen

    Die Energiewende ist fünf Jahre nach der Atomkatastrophe voll im Gange. Auf der einen Seite sind erneuerbare Energien auf dem Vormarsch und bringen neue Jobs. Auf der anderen Seite ist mit fossilen Kraftwerken kaum noch Geld zu machen – die großen Energiekonzerne leiden.

  • Ökostrom

    Japan nimmt einziges noch laufendes AKW vom Netz

    In Japan ist der einzige noch laufende Atomreaktor heruntergefahren worden. Die schrittweise Abschaltung des Reaktors Nummer vier im Kraftwerk Ohi im Westen des Landes habe am Sonntagnachmittag begonnen und werde Montagfrüh beendet sein, teilte die Betreiberfirma Kansai Electric Power (Kepco) mit.

  • Atomenergie

    Japan will offenbar bis 2030 aus der Atomkraft aussteigen

    Die japanische Regierung strebt nach einem Zeitungsbericht den Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2030 an. Ministerpräsident Yoshihiko Noda könnte diese Entscheidung bereits am kommenden Wochenende bei einem Treffen zur neuen Energiepolitik fällen, meldete am Dienstag die Zeitung "Mainichi Shimbun" unter Berufung auf Regierungskreise.

  • Strompreise

    Japan: Erstmals seit Fukushima wieder AKW in Betrieb

    Ungeachtet aller Proteste ist in Japan erstmals seit der Atomkatastrophe von Fukushima wieder ein Reaktor in Betrieb genommen worden. Seit Ende Mai hatte Japan für rund einen Monat überhaupt keinen Atomstrom produziert, weil alle Meiler wegen Sicherheitsprüfungen heruntergefahren wurden.

Top