Spät, aber doch

Japan beschließt schärfere AKW-Sicherheitsvorschriften

Mehr als ein Jahr nach Fukushima hat Japans Regierung am Freitag schärfere Sicherheitsvorschriften für Atomreaktoren beschlossen. Die von Ministerpräsident Yoshihiko Noda gebilligten Regeln sollen ein erneutes Atomunglück verhindern, selbst wenn ein Kraftwerk von einer ähnlichen Naturkatastrophe getroffen wird wie Fukushima.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Tokio (AFP/red) - Das Kraftwerk im Nordosten der Hauptinsel Honshu war am 11. März bei einem Erdbeben der Stärke 9,0 und dem anschließenden Tsunami schwer beschädigt worden. Nach dem Ausfall der Kühlsysteme schmolzen die Brennstäbe in drei der Reaktionen, was zu einer Reihe von Explosionen und dem Austritt großer Mengen Radioaktivität führte.

Derzeit nur einer von 54 Meilern in Betrieb

Zehntausende Menschen mussten aus den umliegenden Dörfern und Städten in Sicherheit gebracht werden. Wegen Sicherheitsbedenken wurden die meisten anderen Atomreaktoren des Landes in der Folge heruntergefahren. Derzeit ist nur einer der 54 Reaktoren des Landes im Betrieb. Kommende Woche will die Regierung über die Wiederinbetriebnahme von zwei Meilern entscheiden.

Große Sorgen in der Bevölkerung

Der einzige derzeit laufende Reaktor auf der Insel Hokkaido soll seinerseits Anfang Mai für Wartungsarbeiten heruntergefahren werden. Nach dem Unglück von Fukushima wurden 17 Reaktoren sofort abgeschaltet. Bevor sie wieder hochgefahren werden dürfen, müssen sie neue Stresstests bestehen. Zudem ist eine Genehmigung der örtlichen Behörden erforderlich. Angesichts der weit verbreiteten Sorgen in der Bevölkerung lassen sich die Behörden mit Genehmigungen Zeit.

Quelle: AFP

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