Bilanz

Jahresüberschuss der Bewag deutlich gestiegen

Nach 128 Millionen Euro im vorherigen Geschäftsjahr sind es nun 148 Millionen Euro - Der Stromabsatz steigt um rund 81 Prozent.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Bewag sieht sich auf dem hart umkämpften Energiemarkt "sehr gut aufgestellt" und hat das zurückliegende Geschäftsjahr 2000/01 (1. Juli 2000 bis 30. Juni 2001) eigenen Angaben zufolge erfolgreich abgeschlossen: "Absatz, Umsatz und Jahresüberschuss wurden gesteigert, der Marktanteil in Berlin bei 90 Prozent behauptet und die Kundenzufriedenheit weiter verbessert. Ausschlaggebend für diese positive Entwicklung waren weitere Fortschritte bei der Restrukturierung des Unternehmens, spürbare Erfolge im überregionalen Stromgeschäft und in dem sich dynamisch entwickelnden Stromhandel", erklärte der Vorsitzende des Vorstandes der Bewag, Dietmar Winje, anlässlich der Vorstellung vorläufiger Zahlen zum Abschluss des abgelaufenen Geschäftsjahres.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern erhöhte sich von 220,4 Millionen Euro auf 247,2 Millionen Euro, also um 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Jahresüberschuss stieg nach 128,3 Millionen Euro im Vorjahr auf 147,8 Millionen Euro. Dies bedeutet eine Zunahme um 15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Wir gehen heute davon aus, dass dies neben der Ausschüttung einer gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhten Dividende von 0,58 Euro auch die steuerfreie Dotierung unserer Rücklagen in Höhe von etwa 18 Millionen Euro sowie Sonderabschreibungen von rund 85 Millionen Euro zulässt", so Finanzvorstand Bernd Balzereit.

Der Stromabsatz des Unternehmens stieg im Berichtszeitraum um rund 81 Prozent auf 26424 Gigawattstunden (GWh). Dieses ist auf die Ausweitung der Handelsaktivitäten der Bewag und das gestiegene Volumen bei direkten Lieferungen an Kunden außerhalb Berlins zurückzuführen. Aufgrund des stark gewachsenen Absatzes erhöhten sich die Umsatzerlöse im Stromgeschäft von 1344,6 Millionen Euro um rund 12 Prozent auf etwa 1512 Millionen Euro (jeweils ohne Stromsteuer). Ursachen für den geringeren Anstieg der Erlöse gegenüber der Zunahme beim Stromabsatz sind wettbewerbsbedingte Preissenkungen im Herbst bzw. Winter 1999 und die allgemein niedrigen Preise im Stromhandelsgeschäft.

Neben Strom für Berliner Kunden hat die Bewag im vergangenen Geschäftsjahr in den Berliner Netzen insgesamt 1119 GWh Strom für andere Stromlieferanten durchgeleitet. Der Jahresumsatz aus dem Netzgeschäft mit Dritten lag bei 49 Millionen Euro nach 1,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Der - gegenüber dem besonders milden Vorjahr - kältere Winter führte zu einem Anstieg des Wärmeabsatzes um rund 8 Prozent auf 8996 GWh. Gleichzeitig erhöhten sich die Umsatzerlöse im Wärmegeschäft von 394,1 Millionen Euro um etwa 6,5 Prozent auf rund 420 Millionen Euro.

Mit rund 1986 Millionen Euro lagen die Umsatzerlöse insgesamt 234 Millionen Euro über dem Vorjahr. Dies entspricht einem Zuwachs um rund 13 Prozent.

Positiv wirkten die Zuflüsse aus dem Gesetz zum Schutz der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung und die Erträge aus der Veräußerung von Grundstücken sowie aus der Auflösung von Rückstellungen. Diese Effekte wurden für wettbewerbstärkende Restrukturierungen und die Bildung von Sonderabschreibungen genutzt.

Der Materialaufwand hat gegenüber dem Geschäftsjahr 1999/2000 deutlich um etwa 406 Millionen Euro auf etwa 899 Millionen Euro zugenommen. Dies geht vor allem auf die erhöhten Strombezüge für die Handelsaktivitäten sowie für die Versorgung der überregionalen Kunden zurück. Gleichzeitig nahmen preisbedingt die Brennstoffaufwendungen um knapp 30 Prozent zu. Außerdem sind die Aufwendungen aus dem Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (EEG) deutlich gestiegen.

Schon frühzeitig hatte die Bewag auf die Herausforderungen des liberalisierten Strommarktes mit Kostensenkungsprogrammen reagiert. Die dabei erzielten Erfolge setzten sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr fort. So konnte beispielsweise der Personalaufwand um weitere rund 97 Millionen Euro gesenkt werden. Er verringerte sich auf ca. 366 Millionen Euro. Zum 30. Juni 2001 waren bei der Bewag 5.299 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt - 1.086 weniger als im Vorjahr. Insgesamt konnte die Bewag in den letzten Jahren bereits Kostensenkungen in einem Umfang von rund 450 Millionen Euro pro Jahr realisieren.

Dietmar Winje abschließend: "Das Jahresergebnis macht deutlich, dass die Bewag ein absolut wettbewerbsfähiges, finanzstarkes und kundenorientiertes Unternehmen mit motivierten Mitarbeitern, guten Produkten, fairen Preisen und effizienter Unternehmensstruktur ist. Wir werden unsere Erfahrungen mit Integrationsprozessen, unsere wirtschaftliche Stärke und Kraft, unser gesamtes Wettbewerbs-Know-how in den Aufbau der Neuen Kraft einbringen."

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