Missbräuchlich erhöht?!

Jahresabrechnungen von RWE: Zählerpreise trotz Kartellamtsverfahren konstant

Im September wurde RWE vom Bundeskartellamt abgemahnt. Grund: Der Verdacht missbräuchlich erhöhter Mess- und Abrechnungspreise. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, weshalb RWE nach wie vor netto 36 Euro für einen Eintarifzähler berechnet. Derzeit flattern den Kunden die Jahrenendabrechnungen ins Haus - was also tun?

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Pünktlich zum Jahresende verschicken die deutschen Stromversorger die Endabrechnungen, für die im Haushalt verbrauchte Energie. Gemeinhin besteht die Stromabrechnung aus zwei oder drei Posten: Dem Preis pro Kilowattstunde, der mit dem tatsächlichen Verbrauch multipliziert wird, dem jährlichen Verrechnungspreis, der eine feste Größe ist, und möglicherweise dem Preis für den Stromzähler, der ebenfalls vom Energieversorger festgelegt wird. Es kann auch sein, dass Verrechnungspreis und Zählerpreis zusammengezogen wurde, dann erscheint auf der Rechnung nur noch der Verrechnungspreis.

Im Juli 2002 äußerte das Bundeskartellamt den Verdacht, dass die von den beiden Energieversorgern Wemag (Schwerin) und RWE (Dortmund) den Lastprofilkunden, zu denen auch die Haushalte gehören, gestellten Mess- und Abrechnungspreise missbräuchlich überhöht sind. Im September wurde RWE dafür sogar abgemahnt. Wie ein RWE-Kunde dem strom magazin jetzt mitteilte, hätte RWE das aber nicht davon abgehalten, auch in der diesjährigen Abrechnung einen Zählerpreis in Höhe der abgemahnten 36 Euro (netto) für einen Eintarifzähler zu verlangen. Die Wemag hat ihren Zählerpreis zwischenzeitlich knapp die Hälfte auf 23,43 Euro für einen Eintarifzähler gesenkt.

Eine Nachfrage beim Bundeskartellamt hat ergeben, dass das Verfahren gegen RWE Net noch nicht abgeschlossen sind. Pressesprecher Stefan Siebert konnte auch keinerlei Angaben machen, bis wann die Wettbewerbsbehörde zu einer endgültigen Entscheidung gelangen wird. Sollte das Bundeskartellamt endgültig zu dem Schluss kommen, die Preise seien zu hoch, muss RWE die Gebühren senken. Bisher wird allerdings nur ein Verdacht untersucht. Laut Bundeskartellamt könnten Stromkunden mit diesem Verdacht zwar einen Widerspruch gegen die Zählerpreise in einem zivilrechtlichen Verfahren begründen, würden dann aber das Prozessrisiko tragen.

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