Kleine Kraftpakete

Ist das Handy reif für die Brennstoffzelle?

Brennstoffzellen sind auf dem Vormarsch, meinen Analysten. Ein verstärkter Einsatz in mobilen Endgeräten wird prognostiziert weil die Zellen in den verschiedensten Formen herstellbar sind. Zuvor müssen jedoch noch einige Probleme gelöst werden, beispielsweise die eingeschränkte Verwendung in Flugzeugen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

München/Düsseldorf (red) - Der Markt für Brennstoffzellen wird noch in diesem Jahr einen deutlichen Aufschwung nehmen - das jedenfalls prognostiziert die Beratungsgesellschaft Deloitte. Die vor allem auf Äthanol beziehungsweise Methanol basierenden kleinen Kraftpakete könnten dabei sowohl als eigenständige Produkte wie auch als integrierte Stromversorgung in zahlreichen mobilen Geräten zum Einsatz kommen. Zu den ersten Herstellern, die sich intensiv mit der neuen Technologie beschäftigen, gehören IBM und Sanyo. Die beiden Firmen kündigten kürzlich an, gemeinsam eine hybride Stromversorgung aus Batterien und Methanol-Brennstoffzellen für portable Computer zu entwickeln.

Frank M. Hülsberg, Partner für Technologie, Media und Telekommunikation bei Deloitte, zählt einige der Vorteile auf: "Brennstoffzellen liefern genug Energie für mehrere Tage Betriebsdauer- oder viele Wochen Standby-Betrieb. Damit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten für den Einsatz von Handys, Laptop-Computern, MP3-Playern und PDAs - und natürlich für mobile Geräte und Anwendungen, die es heute noch gar nicht gibt. Da kleine Geräte mit geringem Stromverbrauch wie Bluetooth-Headsets monatelang laufen könnten, wären auch längere Reisen möglich, ohne dass das Gepäck durch verschiedene Ladegeräte und Adapter belastet wird."

Vorteil: Können fast jede Form annehmen

Doch nicht genug damit: Anders als die bekannten und derzeit genutzten Lithium-Ionen-Batterien lassen sich Brennstoffzellen in den verschiedensten Formen herstellen. Damit entfällt eine der derzeit größten Design-Beschränkungen. Außerdem werden Brennstoffzellen nachgefüllt, nicht aufgeladen, so dass auch ein neues Marktsegment für Brennstoffe entstehen könnte.

Laut Deloitte müssten zwar noch einige Probleme gelöst werden, wie beispielsweise die eingeschränkte Verwendung von Brennstoffzellen an Bord von Flugzeugen, doch diese Hindernisse könnten nach und nach beseitigt werden. 2005 wird der Markt Deloitte zufolge noch eher bescheiden sein und sich mit einem Volumen im zweistelligen Millionenbereich bewegen. Sobald jedoch die Hersteller von Unterhaltungselektronik im Markt nachzögen, wären deutliche Wachstumsraten zu erwarten, meinen die Analysten.

Problem: Brennstoffversorgung

"Die größten Schwierigkeiten bereitet derzeit noch die Brennstoffversorgung", so Hülsberg. "Damit sich die neue Technologie auf breiter Ebene durchsetzen kann und Verbraucher durch die Entscheidung für Brennstoffzellen nicht vor Probleme gestellt werden, muss Brennstoff ebenso flächendeckend verfügbar sein wie heute Batterien. Das ist eine logistische Herausforderung, die eine neue Zusammenarbeit zwischen konkurrierenden Herstellern, Distributoren und Wiederverkäufern erforderlich macht."

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