Kinderkrebs-Häufung in AKW-Nähe

IPPNW fordert bessere Risikovorsorge an Atommeilern

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW hat Bundesumweltminister Gabriel aufgefordert, Konsequenzen aus einer Studie über "Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken" zu ziehen. Es müssten strengere Grenzwerte für die radioaktiven Emissionen gelten.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (ddp/AFP/sm) - In einem am Mittwoch veröffentlichten Appell forderten rund tausend Unterzeichner Gabriel dazu auf, "die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen und die gebotene Risikovorsorge zu gewährleisten". So müssten sich die Strahlen-Grenzwerte für Akw künftig an der Strahlenempfindlichkeit von Embryos orientieren statt an den weniger strahlensensbilen Erwachsenen, erklärte die IPPNW. Zudem seien die oft von den Betreibern selbst vorgenommenen Emissionsmessungen nicht lückenlos.

Laut der Studie erkranken Kinder um so häufiger an Krebs, je näher sie an einem Atomkraftwerk wohnen. Der IPPNW-Kinderarzt Winfrid Eisenberg leitet daraus ab: "Der eindeutig bewiesene negative Abstandstrend hat aus unserer Sicht seine Ursache in den radioaktiven Emissionen der AKW im Normalbetrieb." Schwangere und Eltern von Säuglingen und Kleinkindern, die in AKW-Nähe wohnen, sollten daher über das erhöhte Risiko aufgeklärt werden, fordert die IPPNW.

Die Studie "Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken" wurde im Dezember 2007 veröffentlicht. In der Studie hatte das Mainzer Kinderkrebsregister festgestellt, dass zwischen 1980 und 2003 für unter Fünfjährige in der Umgebung von Reaktoren das Leukämierisiko mehr als doppelt so hoch war wie im Bundesdurchschnitt. Die genauen Ursachen der Leukämie-Erkrankungen blieben aber im Unklaren.

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