Gesetzespaket

Internetpreise in EU klaffen auseinander

Die Internetpreise in der EU weichen stark voneinander ab, teilte die EU-Kommission mit. Dabei sei ebenfalls festgestellt worden, dass die meisten Verbindungen langsamer sind, als es vertraglich mit dem Nutzer vereinbart wurde.

Highspeed Internet© Silvano Rebai / Fotolia.com

Brüssel (AFP/red) - Wer in der EU schnelles Internet zuhause haben will, muss dafür je nach Land höchst unterschiedliche Preise bezahlen. Während in Litauen Internetpreise von 10,30 Euro pro Monat für eine Übertragungsrate von zwölf bis 30 Megabit pro Sekunde fällig werden, sind es in Zypern 46,20 Euro, wie die EU-Kommission am Dienstag auf Grundlage mehrerer Studien mitteilte. "Beim Internet existiert der europäische Binnenmarkt nicht, und das muss sich ändern", erklärte die EU-Kommissarin für die digitale Agenda, Neelie Kroes.

Nutzer bemerken langsame Verbindung nicht

Den Erkenntnissen der Kommission zufolge sind die Internetverbindungen im Durchschnitt um ein Viertel langsamer als vertraglich vereinbart. Allerdings merkt die Mehrzahl der Bürger dies vermutlich nicht: Laut den Studien wissen nur zwei Drittel der Europäer, wie schnell ihre Netzanbindung ist. Viele Verbraucher verstünden ihre Verträge mit dem Internetanbieter nicht richtig und träfen Entscheidungen aufgrund unzureichender Informationen. Die Unternehmen müssten ihre Produkte besser erklären, verlangte Kroes.

Branche: Preisdifferenzen gerechtfertigt

Die Branche wehrte sich gegen die Vorwürfe. Mehrere Unternehmen zogen die Methoden der Studienautoren in Zweifel. Der Branchenverband ETNO, in dem die großen europäischen Telekommunikationsanbieter organisiert sind, erklärte, seine Mitglieder arbeiteten ständig daran, die Transparenz und die Verständlichkeit der zur Verfügung gestellten Informationen zu verbessern. Die stark variierenden Preise seien zudem gerechtfertigt, weil in jedem Land andere Marktbedingungen herrschten.

Neue Regeln für Europa

Die EU-Kommission will mit einem Gesetzespaket neue Regeln für die Telekommunikationsbranche schaffen. Es sieht unter anderem die Abschaffung der Roaming-Gebühren für Handy-Telefonate und SMS vor sowie Vorschriften zur Netzneutralität. Dabei geht es um die Frage, inwiefern Anbieter von Internetverbindungen Kunden gegen Bezahlung besonders schnelle Netz-Geschwindigkeiten zur Verfügung stellen dürfen.

Quelle: AFP

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