Geplanter Braunkohle-Abbau

Internationale Unterstützung für Baumbesetzer von Lacoma

Drei Umweltschützer von "Robin Wood" haben internationale Unterstützung für ihre Baumbesetzung in der Nähe von Lacoma bei Cottbus bekommen. Vor der Zentrale des Energiekonzern Vattenfall in Stockholm protestierten Umweltaktivisten aus Norwegen, Schweden und Deutschland gegen den Braunkohletagebau.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Lacoma/Stockholm (ddp/sm) - Wie ein "Robin Wood"-Sprecher in Hamburg mitteilte, wurde Vattenfall wurde aufgefordert, die Arbeiten in der Lacomaer Teichlandschaft in der Lausitz sofort zu beenden.

Die Umweltschützer sitzen seit dem 6. Oktober auf drei Bäumen, die der Abbaggerung von Braunkohle weichen sollen. Mit der spektakulären Aktion wollen die Aktivisten den Bau von Leitungen zur Entwässerung der ökologisch wertvollen Teichlandschaft durch Vattenfall verhindern. Die Bäume stehen auf der geplanten Bautrasse. Vattenfall will Braunkohle für das nahe gelegene Kraftwerk Jänschwalde abbauen.

Für die Teichgebiete läuft noch ein Planfeststellungsverfahren beim zuständigen Landesbergamt. Die rund 300 Hektar große Teichlandschaft ist Heimat für mehr als 170 bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Seit 2003 sind die Teiche Schutzgebiet der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union. Die ersten Häuser in Lacoma wurden bereits zu Wendezeiten abgerissen. Noch in diesem Monat sollen nach Angaben der Grünen Liga Brandenburg zwei weitere Häuser dem Braunkohlentagebau Cottbus-Nord weichen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Kohlebergbau

    Kohlekraftwerke erhalten doch eine Abwrackprämie

    Obwohl Wirtschaftsminister Gabriel einst sogar die Strafabgabe für alte Kohlekraftwerke in Erwägung gezogen hatte, ist er von diesem Kurs wieder komplett abgekommen. Die Betreiber der Kohlemeiler werden sieben Jahre lang von den Stromkunden mit Milliarden Euro beim Kohleausstieg unterstützt.

  • Braunkohlekraftwerk

    Kohlekraftwerke angeblich für viele Todesfälle verantwortlich

    Deutsche Kohlekraftwerke sind laut einer Studie im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace statistisch für mehr als 3000 vorzeitige gesundheitsbedingte Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Schuld seien Feinstaubpartikel und giftige Abgase aus deren Schornsteinen. Doch diese Daten würden falsch gewichtet, sagten die Betreiber.

  • Energieversorung

    WWF: Deutsche Kraftwerke Europas Top-Klimakiller

    Deutsche Kraftwerke gehören zu den klimaschädlichsten in Europa. Das ist das Ergebnis einer aktuellen WWF-Untersuchung. Demnach stehen neun der 30 schmutzigsten und ineffizientesten Kraftwerke Europas in Deutschland. Viele der gelisteten Kraftwerke erreichten die Altersgrenze. Dies sieht der WWF als Chance.

  • Energieversorung

    Kreide auf Rügen für das Kraftwerk Jänschwalde

    Die Sassnitzer Kreidewerke Rügen GmbH beliefert jetzt das Kraftwerk Jänschwalde bei Cottbus. Jede Woche sollen drei Züge mit je 30 Waggons Kreide auf die Reise nach Brandenburg gehen und dort in der Rauchgasentschwefelung verwendet werden.

  • Hochspannungsmasten

    Vattenfalls startet Häuserabriss im Braunkohlegebiet

    Vattenfall hat heute mit dem Abriss der beiden letzten genutzten Höfe in Lacoma bei Cottbus begonnen. Die Wohnhäuser seien bereits zerstört, sagte der Vorsitzende des Lacoma-Vereins, René Schuster, der Nachrichtenagentur ddp. Seit mehr als 20 Jahren wird für den Erhalt des Dorfes und der Teiche gekämpft.

Top