Abhängigkeit vermindern

Internationale Energieagentur offen für längere KKW-Restlaufzeiten

Die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris hat Sympathie für die Unions-Pläne erkennen lassen, im Falle eines Wahlsieges die Restlaufzeiten für die Atomkraftwerke in Deutschland zu verlängern. Grundsätzlich rate die IEA ihren Mitgliedsländern, die Abhängigkeit von Energie-Importen zu vermindern.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht die von der Union im Falle eines Wahlsieges geplante Verlängerung der Restlaufzeiten für Kernkraftwerke (KKW) positiv. IEA-Chefökonom Fatih Birol sagte der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe), die IEA rate grundsätzlich ihren Mitgliedsländern, die Abhängigkeit von Energie-Importen zu vermindern. "Dass dabei auch über Atomkraft nachgedacht wird, halte ich für vernünftig", sagte Birol.

Der Experte verwies auf die stark schwankenden Preise für Erdöl und Erdgas. Die meisten Reserven befänden sich in wenigen, politisch meist instabilen Ländern. Von Grundsatz her sei es richtig gewesen, dass die rot-grüne Bundesregierung in den vergangenen Jahren den Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert habe, fuhr Birol fort. "Leider sind die Erneuerbaren aber nicht leistungsfähig genug, um die Atomkraftwerke in Deutschland zu ersetzen", betonte er.

Wer die Arommeiler abschalten wolle, müsse auf andere Energiequellen umsteigen. Gas etwa sei umweltfreundlich, müsse aber zu einem großen Teil importiert werden. "Sinnvoll wäre es deshalb, sich auf mehrere Säulen zu stützen: Kohle, Gas, Erneuerbare und - wenn gewünscht - Atomkraft", sagte Birol.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Atommüll

    Bundestag winkt Endlager-Gesetz durch

    Um neue Kriterien für die Suche nach einem Atommüll-Endlager zusammenzustellen, berieten Wissenschaftler, Umweltschützer und Politiker über Jahre hinweg. Der Bundestag winkte ein aktuelles Regelwerk für den künftigen Standort durch.

  • Erneuerbare Energie

    Branche: Energiewende-Kosten müssen umverteilt werden

    Die Energiewende wird vor allem über die Stromrechnung von Verbrauchern finanziert. Die Energiebranche fordert eine Umverteilung: Der Stromkunde ist an seiner Belastungsgrenze angekommen, so Eon-Chef Johannes Teyssen.

  • Strom sparen

    Studie: Ölpreis könnte bis 2030 auf 120 Dollar steigen

    Bis 2030 könnte sich der Ölpreis von derzeit etwa 60 Dollar auf 120 Dollar pro Barrel verdoppeln, da die Nachfrage weiter steigen wird. Das geht aus der Untersuchung "Strategie 2030 - Energierohstoffe" des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und der Berenberg Bank hervor.

  • Energieversorung

    Töpfer fordert verstärkte Anstrengungen zum Schutz des Klimas

    Obwohl es in London seit heute Morgen andere Probleme gibt, wollen die Chefs der acht größten Wirtschaftsmächte der Welt ihren Gipfel in Schottland fortführen. Sie wollen sich u.a. auf einen Aktionsplan einigen, mit dem Emissionen verringert und der Einsatz erneuerbarer Energien wie Wind- und Wasserkraft gefördert wird.

  • Hochspannungsmasten

    Deutschland: Rang sechs im weltweiten Energieverbrauch

    In einer umfassenden Antwort auf eine Anfrage der Opposition hat die Regierung über die Ziele ihrer Energiepolitik berichtet. Die Bekämpfung des weltweiten Klimawandels bezeichnete sie als zentrale Herausforderung für das 21. Jahrhundert. Sie wolle dafür sorgen, die erneuerbaren Energien wettbewerbsfähig zu machen.

Top