Rekordumsatz

Interesse an Absicherung von Wetterrisiken steigt

Einer Studie von PricewaterhouseCoopers und dem Weltverband Wetter-Risiko-Management zufolge, haben Unternehmen weltweit zwischen April 2003 und März 2004 Wetterrisiken mit knapp 4,6 Milliarden Dollar abgesichert. Durch die "Basel II"-Kriterien wird ein weiterer Schub für das "Geschäft gegen schlechtes Wetter" erwartet.

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New York (red) - Zwischen April 2003 und März 2004 wurden weltweit Wetterrisiken über Wetterderivate in Höhe von 4,6 Milliarden Doller abgesichert. Dies gab die "Weather Risk Management Association", der Weltverband Wetter-Risiko-Management, in der vergangenen Woche auf seiner Jahrestagung in New York bekannt. Das waren knapp zehn Prozent (400 Millionen Dollar) mehr als im Vorjahr, ergab eine Studie, die in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers erstellt und vorgestellt wurde.

"Der Anstieg im Absicherungsvolumen ist der Nachweis, dass sich diese innovative Art des Risikomanagements mittlerweile etabliert hat", kommentierte WRMA-Mitglied Hans Esser, Inhaber von FinanzTrainer.com, einer Unternehmensberatung, die sich auf das Management von Wetterrisiken mit Wetter-Derivaten spezialisiert hat. "Die Absicherung gegen die Launen der Natur ist gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sinnvoll und kann sogar überlebensnotwendig sein."

Die Studie bestätigt gleichzeitig die weitere Zunahme an Diversifikation in der Art der gehandelten Wetterabsicherungen: "Nach sieben Jahren Wachstum und mehr als 20 Milliarden Dollar Gesamtvolumen, hat man sich längst über die reine Absicherung von Temperaturrisiken für den amerikanischen Energiemarkt weiter entwickelt. Nur knapp mehr als die Hälfte aller Geschäfte sind noch im weltweiten Energiebereich. Landwirtschaft und Bauindustrie sind die beiden nächstgrößeren Umsatzbereiche und der europäische Anteil aller Geschäfte liegt bei fast 30 Prozent", erläutert Esser weiter.

Einen weiteren positiven Schub für das "Geschäft gegen schlechtes Wetter" erwartet Esser durch "Basel II". "Wenn Unternehmen durch die Einführung von Basel II schlechtere Kreditkonditionen von ihren Banken bekommen, da ihr Geschäft wetterabhängig und dadurch risikoreicher ist, dürfte sich ein Investment in ein Wetterderivat doppelt lohnen. In den USA sind bereits wetterabhängige Unternehmen von Analysten im Rating hochgestuft worden, nach dem diese ihre Wetterabhängigkeit durch ein Wetterderivat gelöst hatten", beschreibt Esser ein Szenario, das bald möglicherweise auch in Deutschland Realität wird.

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