Thüringer Pilotvorhaben

Innovativ: Sonnenstrom finanziert Umweltprojekte

Mit einer innovativen Idee hat die Thüringer "Naturstiftung David" ein neuartiges Finanzierungsmodell für Umweltprojekte umgesetzt: In den neuen Bundesländern werden spendenfinanzierte Solaranlagen errichtet, deren Stromerträge komplett Umweltprojekten oder -vereinen zu Gute kommen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Erfurt (red) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat sich in dieser Woche in Erfurt über das Projekt "Sonnenstrom finanziert Umweltprojekte" informiert. Mit finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums erprobt die Thüringer "Naturstiftung David" derzeit ein neuartiges Finanzierungsmodell für Umweltprojekte.

In den neuen Bundesländern werden dabei spendenfinanzierte Solaranlagen errichtet, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Die kompletten finanziellen Erträge sollen den Vereinen zu Gute kommen, die sich an dem Vorhaben beteiligten. "Das Projekt verfolgt eine innovative Art der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsunternehmen und Umweltverbänden", lobte Trittin.

Zwar wollten Spender und Sponsoren oft eine einmalige Spende geben, jedoch bräuchten Umweltinitiativen und -projekte eine längerfristige und kontinuierliche Förderung. Das Projekt "Sonnenstrom finanziert Umweltprojekte" will nun beide Interessenlagen zusammenführen. "Wird die einmalige Spende in eine Solaranlage investiert, so kann ein Umweltverband über 20 Jahre fest mit den Erträgen aus der Solaranlage rechnen", erläuterte Adrian Johst, Geschäftsführer der Naturstiftung David.

Das Projekt ist eine neuartige Idee, die Finanzierung gerade von kleinen Umweltverbänden auf eine berechenbare Basis zu stellen. Um diese Idee in die Praxis umzusetzen, fördert das Bundesumweltministerium das Vorhaben mit einer Zuwendung in Höhe von 70.000 Euro.

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