Stromverbrauch zu hoch

Initiative EnergieEffizienz: Alte Kühlgeräte austauschen

Der alte Kühlschrank von Oma ist immernoch gut genug für die erste Studentenbude oder als Ausweichmöglichkeit im Partykeller?! Sicher, aber oftmals verbraucht er drei mal so viel Strom wie ein neues Gerät der günstigsten Effizienzklasse. Daher lohnt es sich, den Stromverbrauch im Auge zu behalten.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Wird ein neuer Kühlschrank für die Küche angeschafft, findet der alte oft als Zweitgerät Verwendung im Partykeller, Wochenendhaus oder im Büro. Auch Studenten mit der ersten eigenen Wohnung sind dankbare Abnehmer von Kühlgeräten aus zweiter Hand. Was auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, entwickelt sich schnell zur Kostenfalle. Denn oft wird vergessen, dass dieses alte Kühlgerät sehr viel mehr Strom benötigt als ein energieeffizientes Neugerät.

Ein Vergleich veranschaulicht die teilweise erheblichen Unterschiede: Ein handelsüblicher Kühlschrank von 1993 (140 Liter) verbraucht durchschnittlich etwa 0,84 Kilowattstunden Strom pro Tag. Bei einem angenommenen Strompreis von 17 Cent pro Kilowattstunde verursacht dieses Gerät jährliche Stromkosten in Höhe von 52 Euro. Ein modernes Durchschnittsgerät (140 Liter) der günstigsten Energieeffizienzklasse "A++" verbraucht dagegen 0,36 Kilowattstunden pro Tag, was jährliche Stromkosten von etwa 22 Euro bedeutet.

Um herauszufinden, wie viel Strom das alte Kühlgerät tatsächlich verbraucht, genügt ein Blick in die Produktunterlagen. Alternativ kann mit einem Strommessgerät nachgemessen werden. Strommessgeräte gibt es meist kostenlos bei regionalen und lokalen Energieversorgern und Verbraucherzentralen zu leihen. Wird der alte Kühlschrank als Zweitgerät genutzt, ist es am effizientesten ihn nur dann einzuschalten, wenn er tatsächlich gebraucht wird, rät die Initiative Energieeffizienz. Wird er nicht mehr benötigt - Stecker ziehen, Gerät reinigen und die Tür offen stehen lassen, damit es nicht zur Schimmelbildung kommt.

Ist das Kühlgerät dauerhaft im Einsatz, würde es sich lohnen, über die Anschaffung eines neuen Kühlgerätes nachzudenken. Wegweiser beim Neukauf sei das EU-Label, das Verbraucher über die Energieeffizienz der Haushaltsgeräte informiert - mit sieben farbigen Pfeilen von "A" bis "G". Die Kennzeichnung "A" signalisiert einen niedrigen Energieverbrauch. Noch sparsamer im Verbrauch sind Kühl- und Gefriergeräte, die mit "A+" oder "A++" gekennzeichnet werden. Hierbei gilt der Grundsatz, dass ein mit "A+" ausgezeichnetes Gerät rund 25 Prozent weniger und ein "A++"-Gerät etwa 45 Prozent weniger Strom verbraucht, als ein in Volumen und Ausstattung vergleichbares Gerät, welches das Kriterium für die Effizienzklasse A gerade so erfüllt.

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