VIK-Strompreisvergleich

Industriestrompreise seit 2000 zwischen 20 und 48 Prozent gestiegen

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat für die großen Stromverbraucher eine ernüchternde Strompreisbilanz vorgelegt: Für sie ist der Strom in den vergangenen fünf Jahren um bis zu 48 Prozent teurer geworden. Ein Wettbewerb finde insbesondere bei hohem Bedarf kaum statt.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (red) - Große industrielle Stromkunden mit einem Strombedarf von über 100 Gigawattstunden pro Jahr haben seit dem Jahr 2000 Strompreissteigerungen von 48 Prozent (netto 1,58 Cent pro Kilowattstunde) hinnehmen müssen, rechnete der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) jetzt in seiner jüngsten Strompreisuntersuchung vor.

Bei Unternehmen mit einem Gesamtverbrauch von 50 bis 100 Gigawattstunden hätten die Preissteigerungen durchschnittlich bei 24 Prozent (netto 0,84 Cent pro Kilowattstunde) gelegen, Unternehmen mit einem Strombedarf von unter 50 Gigawattstunden mussten Preissteigerungen von durchschnittlich 20 Prozent (netto 0,89 Cent pro Kilowattstunde) akzeptieren.

Je niedriger der Strombedarf, desto größer sei nach Angaben des VIK die Chance, überhaupt noch ein Wettbewerbsangebot eines dritten Stromanbieters zu bekommen. Denn die wenigen, nicht von den vier großen Netzbetreibern in Deutschland abhängigen Stromanbieter verfügten nur über vergleichsweise geringe Erzeugungskapazitäten und könnten daher auch nur entsprechend kleine Strommengen anbieten. Der fehlende breite Wettbewerb auf dem Strommarkt biete damit den stromintensiven Unternehmen und ihren über 660.000 direkten Arbeitsplätzen nur eine sehr düstere Perspektive am Standort Deutschland, resümiert der Verband.

Das neue Energiewirtschaftsgesetz mit seinen Vorgaben für die Arbeit der Energieregulierungsbehörde müsse diese absolut unbefriedigende Situation schnellstens auflösen, fordert die Interessensgemeinschaft. Zukünftig müsse das Gesetz Wettbewerb auch in den Netzen der großen Stromunternehmen durchsetzen und zu einem diskriminierungsfreien sowie grenzüberschreitenden europaweiten Handel beitragen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromvergleich

    Strompreise steigen vielfach zum Jahreswechsel

    Die Strompreise steigen zum neuen Jahr bei vielen Versorgern. Dem Portal Verivox zufolge haben gut 250 Stromanbieter angekündigt, die Preise zu erhöhen. Niedrigere Preise sind dagegen nur bei wenigen Anbietern zu erwarten.

  • Strompreise

    Stromkosten steigen: Auch Netzgebühren werden angehoben

    Erst die EEG-Umlage – nun die Netzgebühren: Zum kommenden Jahr wird beides ansteigen. Bei den Kosten für die Stromnetze soll es Bayern am härtesten treffen. Im Schnitt steigen die Gebühren um 8 Prozent.

  • Energieversorung

    Teufel will mehr Wettbewerb im Strommarkt

    Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel will sich weiterhin für einen verstärkten Wettbewerb im deutschen Energiemarkt einsetzen. Er unterstütze die EU-Kommission beim Vertragsverletzungsverfahren, das gegen Deutschland wegen mangelnder Umsetzung der Vorschriften eingeleitet wurde.

  • Hochspannungsleitung

    EnWG: Dritte Lesung nach der Osterpause

    Um der Opposition mehr Zeit zu geben, sich mit dem neuen EnWG sowie den vier dazugehörigen Verordnungen (Netzzugangs- bzw. Netzentgeltverordnung je für Gas und Strom) zu beschäftigen, wird die dritte Lesung des Gesetzes nicht mehr vor der Osterpause im Bundestag stattfinden. Die Regierung hofft auf eine zügige Debatte.

  • Strompreise

    Stromfluss in Europa: Deutschland mit Exportüberschuss

    44,2 Milliarden Kilowattstunden Strom hat Deutschland im vergangenen Jahr importiert, die Exporte betrugen 51,5 Milliarden Kilowattstunden. Gut ein Drittel der deutschen Stromeinfuhren kamen 2004 aus Frankreich. Von den deutschen Exporten gingen 2004 knapp 34 Prozent in die Niederlande.

Top