Industrie-Strompreise sanken im zweiten Halbjahr 1999 um 17 Prozent

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
In den letzten sechs Monaten hat sich die Tendenz sinkender Industrie-Strompreise, laut Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), weiter fortgesetzt. Nach den neuen von den deutschen Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EltVU) gewährten Rabatten, sank der durchschnittlicher Strompreis um 17 Prozent auf 11,6 Pfennig pro Kilowattstunde


Die genannten Strompreise spiegelten eine Obergrenze, welche in bilateralen Verhandlungen noch nach unten korrigiert werden könnten, gab der Fachverband an. Verhandlungsgeschick in Kombination mit zum Beispiel. einer günstigen Verbrauchsstruktur seien für eine weitere Preisreduzierung gute Voraussetzungen.


Bemerkenswert sei, dass rund die Hälfte der im aktuellen VIK-Vergleich vertretenen EltVU mit ihren derzeitigen Preisen im letzten Vergleich noch die Spitzenposition eingenommen hätten. Dabei sei von den ersten 10 dieser Unternehmen die Preisgrenze von 10 Pfennig pro Kilowattstunde unterschritten worden, bis Platz 19 lägen die Preise immerhin noch unterhalb von 10,5 Pfennig pro Kilowattstunde.


Die im Durchschnitt günstigsten Industrie-Strompreise würden zur Zeit mit 9,45 Pfennig pro Kilowattstunde von der HEAG aus Darmstadt gewährt. Dem Unternehmen sei damit der Sprung von Platz drei auf Platz eins im VIK-Vergleich gelungen. Auf dem zweiten Platz folgten die AÜW mit Sitz in Kempten, die LEW aus Augsburg und die RWE aus Essen jeweils mit 9,64 Pfennig pro Kilowattstunde. Sie verbesserten sich so von den Plätzen 36, 9 beziehungsweise 19.


Veränderungen gäbe es auch bei den Schlusslichtern des Vergleichs. Die Pfalzwerke aus Ludwigshafen (14,32 Pfennig pro Kilowattstunde), die MEAG aus Halle (14,36 Pfennig pro Kilowattstunde) und die Stadtwerke Leipzig (14,58 Pfennig pro Kilowattstunde) besetzten diesmal das teuere Ende des Vergleiches.


Als preiswertestes ostdeutsches EltVU belege die TEAG aus Erfurt (derzeit 11,16 Pfennig pro Kilowattstunde) den 21. Platz. Damit habe das Unternehmen gegenüber der letzten VIK-Untersuchung zwar seinen durchschnittlichen Strompreis um 2,01 Pfennig pro Kilowattstunde gesenkt, aber aufgrund der übrigen Marktbewegung dennoch den 14. Platz des letzten Vergleichs nicht halten können. Auf Platz 2 der ostdeutschen Anbieter läge nun die e.dis Energie Nord aus Fürstenwalde und belege mit einem Preis von 11,43 Pfennig pro Kilowattstunde im gesamtdeutschen Vergleich den 23. Rang.


Nach wie vor sei ein unterschiedliches Ost-West-Preisniveau zu Ungunsten der ostdeutschen Kunden unübersehbar. Zwar lägen am "Tabellenende" zahlreiche ost- und westdeutsche Unternehmen preislich nah beieinander. Von einer tatsächlichen Angleichung der Preise könne aber noch keine Rede sein. Die durchschnittlichen Strompreise der west- und ostdeutschen Anbieter zeigten in den alten Bundesländern im direkten Vergleich ein um 1,3 Pfennig pro Kilowattstunde günstigeres Preisniveau (mittlerer Strompreis alte Bundesländer 11,3 Pfennig pro Kilowattstunde; mittlerer Strompreis neue Bundesländer 12,6 Pfennig pro Kilowattstunde).

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