Standpunkt

Industrie gegen Verfolgung konkreter Klimaziele

Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) fordert eine Abkehr von der Verfolgung konkreter Klimaziele. Vielmehr solle weltweit die Entwicklung ressourcenschonender und energieeffizienter Technologien vorangetrieben werden - nicht nur in Deutschland oder Europa.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (afp/red) - "Gerade nach dem enttäuschenden Ausgang des Kopenhagener Gipfels sollten Konsequenzen für das weitere Vorgehen gezogen werden", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf der "Financial Times Deutschland" vom Donnerstag. "Es hilft dem Klimaschutz gar nichts, Ziele in Form starrer Prozent-Formeln wie eine Monstranz vor sich herzutragen."

Beim Kopenhagener Klimagipfel waren die Staaten an der Aufgabe gescheitert, ehrgeizige und verbindliche CO2-Reduktionsziele zu vereinbaren. Die Bundesregierung hält jedoch an ihrem nationalen Ziel fest, bis 2020 den Kohlendioxid-Ausstoß um 40 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Nach Ansicht von Schnappauf ist die Diskussion "längst weiter". "Es geht darum, ressourcenschonende und energieeffiziente Technologien voranzutreiben - und zwar weltweit", sagte der Verbandsgeschäftsführer der Zeitung.

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