Prototyp

In Schottland: Fossiles Kraftwerk ohne Kohlendioxidabgabe

Wie die VDI-Nachrichten berichten, entsteht im Nordosten Schottlands das erste Kraftwerk mit fossilem Energieträger, das kein Kohlendioxid in die Atmosphäre abgibt. Stattdessen soll das anfallende Treibhausgas in Gesteinsschichten eingelagert werden oder die Ölproduktion optimieren.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Laut Zeitungsangaben will ein Konsortium unter Führung der Erdölkonzerne BP, ConocoPhillips und Shell etwa 750 Millionen Euro in das neue Gasturbinenkraftwerk in Aberdeenshire investieren. In der Anlage, die eine Leistung von 350 Megawatt liefern soll, wird das Erdgas in Wasserstoff und Kohlendioxid aufgespalten. Der Wasserstoff dient der Stromerzeugung, die pro Jahr anfallenden 1,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid werden zu dem 240 Kilometer entfernten Miller-Erdölfeld in der Nordsee geleitet und dort vier Kilometer tief unter die Lagerstätte gepumpt. Der enstehende Druck soll die Produktion in dem von der Schließung bedrohten Ölfeld für die nächsten 15 bis 20 Jahre sichern. Der Baubeginn des Kraftwerks ist für nächstes Jahr vorgesehen, die Stromerzeugung soll 2009 starten.

Die Deponierung von Kohlendioxid wird seit einiger Zeit in den USA und der EU von Experten diskutiert. Nach dem VDI-Bericht gehen Schätzungen davon aus, dass unter der Nordsee mindestens 1,6 Milliarden Tonnen des Treibhausgases deponiert werden könnten. Die britische Regierung unterstütze daher dieses Projekt. Auch in Deutschland arbeitet die TU Clausthal zusammen mit E.ON-Ruhrgas, Vattenfall, Wintershall und der EEG-Erdgas Erdöl Berlin an einer ähnlichen Machbarkeitsstudie für ein erdgasbetriebenes Kraftwerk, die vom Bundesforschungsministerium mit 7,5 Millionen Euro unterstützt wird, heißt es im Zeitungsbericht weiter.

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