Schonende Gewinnung

In Planung: Neuer Umweltstandard für Wasserkraftstrom

Die Universität Stuttgart und die EnBW als Betreiber eines der größten Wasserkraftwerke Deutschlands arbeiten momentan daran, Wasserkraftwerke noch besser auf ihren ökologischen Nutzen hin bewerten zu können. Dazu prüfen sie die Anwendbarkeit des Schweizer "greenhydro-Standards".

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - Mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) überprüfen die Universität Stuttgart und das Wasserforschungsinstitut "Eawag" zusammen mit der EnBW Energie Baden-Württemberg AG derzeit die Anwendbarkeit eines Kriterienkatalogs aus der Schweiz. Dieses Bewertungsverfahren soll den hohen ökologischen Standard bei der Wasserkraftnutzung dokumentieren.

Das Schweizer Projekt soll in Deutschland dazu dienen, Wasserkraftwerke auf bestimmte Umweltaspekte hin umfassend zu untersuchen und sie anschließend auszuzeichnen. Der "greenhydro-Standard" soll dann als Zertifizierungsgrundlage für Gütesiegel wie "ok-power" oder "Grüner Strom Label" genutzt werden.

Denn obwohl Wasserkraft eine erneuerbare und klimaschonende Energiequelle darstellt, bringt sie auch unerwünschte ökologische Folgen mit sich: So können Wasserkraftwerke etwa die Wanderung von Fischen behindern. Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Situation seien oft sehr kostspielig. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sichere dem Produzenten von Strom aus Wasserkraft zwar den Unterhalt der Anlage, schaffe aber nur bedingt Anreize, den Öko-Standard in der Produktion weiter auszubauen, erläuterte DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde: "Gerade für die Vermarktung von grünem Strom ist es aber wichtig, dass eine möglichst hohe Umweltqualität auf allen Ebenen sichergestellt und - etwa im Rahmen eines freiwilligen Gütesiegels - auch nachgewiesen werden kann."

In der Schweiz wird bereits seit 2001 im Rahmen eines Gütesiegels für "grünen Strom" auch mit dem "greenhydro-Standard" gearbeitet. Das Verfahren soll sicherstellen, dass der Kraftwerksbetreiber sich an einen Umweltstandard hält, der die gesetzlichen Mindestanforderungen übersteigt. Als Gegenleistung kann das Kraftwerk als besonders umweltfreundlich ausgezeichnet werden.

Die Projektergebnisse sollen am 26. Juni 2006 im Zentrum für Umweltkommunikation (Osnabrück) vorgestellt werden.

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