Vorsorge

In Norddeutschland startet die Abgabe von Jodtabletten

Die Menschen in der Nähe der norddeutschen Kernkraftwerke sollen besser vor den Folgen eines möglichen nuklearen Unfalls geschützt werden. Haushalte im Umkreis von zehn Kilometern um die Anlagen erhalten in den kommenden Tagen per Post einen Abholschein.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Kiel/Hannover (ddp/sm) - Die Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg verteilen an Haushalte im Umkreis von zehn Kilometern um ein Atomkraftwerk vorsorglich Jodtabletten. Damit sollen sie besser vor den Folgen eines möglichen nuklearen Unfalls geschützt werden, wie der Hamburger Senat und das Kieler Inneninisterium mitteilten. Gegen Vorlage des Abholscheins kann in der örtlichen Apotheke je Haushalt eine Packung mit 20 Jodtabletten abgeholt werden. Die Kosten tragen die Kraftwerksbetreiber.

Der Vorsorgeaktion liege keine Veränderung der Sicherheitslage zugrunde, sagte ein Sprecher des Amtes für Katastrophenschutz. Die Jodtabletten sollen verhindern, dass die Schilddrüse radioaktives Jod aufnimmt, das bei einem kerntechnischen Unfall freigesetzt werden kann. Sie sollen nicht vorsorglich, sondern nur im Falle eines Unfalls nach Aufforderung durch die Katastrophenschutzbehörde eingenommen werden.Menschen über 45 Jahre sollen nach Ministeriumsangaben keine Jodtabletten einnehmen. Grund ist unter anderem, dass mit steigendem Alter das Risiko einer Schilddrüsengeschwulst stark abnimmt.

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