Im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellte Energieprognose liegt jetzt vor

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Prognos AG und das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität Köln haben im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie die längerfristige Entwicklung der Energiemärkte bis zum Jahr 2020 untersucht. Der Abschlussbericht der neuen Energieprognose liegt jetzt vor. Die Gutachter sehen trotz steigender Weltenergienachfrage langfristig keine Versorgungsengpässe hinsichtlich der generellen Verfügbarkeit von Energieressourcen. Sie erwarten - bei einem unterstellten Wirtschaftswachstums von 1,9 Prozent pro Jahr - einen rückläufigen Energieverbrauch in Deutschland, der in 2020 um fünf Prozent unter dem Niveau von 1997 liegt. Die Effizienz der Energienutzung steigt mit einer Rate von 2,1 Prozent pro Jahr weiter deutlich an. Der Kernenergieausstieg wird durch Kohle- und Gaskraftwerke sowie durch einen kräftigen Zuwachs an Windenergie kompensiert. Der in 2020 von den Gutachtern erwartete Beitrag der erneuerbaren Energieträger zur Stromerzeugung steigt von 5,7 Prozent (1997) auf 10,6 Prozent, zum Primärenergieverbrauch von 2,3 Prozent auf 4,4 Prozent.


Dr. Werner Müller, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie: "Ich begrüße es, dass mit der neuen Energieprognose eine solide Datenbasis für die aktuelle energie- und umweltpolitische Diskussion geschaffen wurde. Ich habe veranlasst, dass das Gutachten umgehend zur Veröffentlichung freigegeben wird. Es steht damit für den Energie-Dialog zur Verfügung. Die Ergebnisse der Prognose machen für mich deutlich, dass der Energiemarkt in Deutschland vor einem nachhaltigen Strukturwandel steht. Er wird insbesondere durch die Liberalisierung des Strom- und Gasmarktes gekennzeichnet sein und sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland auswirken. Die Einlösung der von der Bundesregierung gesetzten Klimaziele - auch das zeigen die Ergebnisse der neuen Energieprognose - erfordert weiter große gemeinsame Anstrengungen von Wirtschaft und Verbrauchern".


Mit der neuen Studie setzt das BMWi eine langjährige Tradition fort, in regelmäßigen Abständen durch unabhängige wissenschaftliche Institute Energieprognosen für die Bundesrepublik Deutschland erarbeiten zu lassen. Die Prognosen dienen der eigenen Information sowie der Orientierung der Wirtschaft und der Öffentlichkeit über langfristige Entwicklungstrends von Energienachfrage und -angebot. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie macht den Gutachtern keine inhaltlichen Vorgaben. Entsprechend macht sich das BMWi die Annahmen und Ergebnisse der Prognose nicht zu Eigen.


Das Gutachten erscheint Anfang des kommenden Jahres in Buchform beim Schäffer-Poeschel Verlag (Stuttgart) und wird über den Buchhandel zu beziehen sein.

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