Rohstoffe knapper

IG BCE: Heimische Steinkohle bleibt unverzichtbar

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hat erneut vor einem endgültigen Ausstieg aus dem Steinkohlebergbau gewarnt. Die heimische Steinkohle bleibe ein "unverzichtbarer Energieträger", weil Rohstoffe langfristig teurer und knapper würden und zudem die erneuerbaren Energien den Bedarf nicht decken könnten.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Haltern (ddp-nrw/sm) - IG BCE-Vorsitzende Hubertus Schmoldt sagte, die Politik sei deshalb "gut beraten", sich frühzeitig zu überlegen, ob sie wirklich bis 2018 alle Steinkohlezechen dichtmachen wolle, fügte Schmoldt hinzu. Deshalb dürfe nicht erst 2012 im Rahmen der sogenannten Revisionsklausel über einen möglichen Ausstieg aus dem Schließungsszenario entschieden werden.

Schon vorher sollte sich die Politik darüber klarwerden, was ihr ein heimischer Sockelbergbau wert sei, machte Schmoldt klar. Nach seinen Angaben gibt es derzeit über die schon beschlossenen Schließungen von Bergwerken hinaus keine detaillierten Pläne zur Stilllegung der übrigen Zechen. Offenbar wolle man "keine Fakten schaffen", die das Revisionsverfahren erschwerten.

Schmoldt warnte, die Schließung der Bergwerke werde wegen des Verlusts der Arbeitsplätze im Bergbau und bei den Zulieferern den Strukturwandel im Ruhrgebiet erschweren. Die Kosten aus den Arbeitsplatzverlusten fielen höher aus als die Einsparungen an Kohlesubventionen. In den betroffenen Kommunen wachse bereits die Sorge vor den Folgen des Ausstiegs. Die Städte und Kreise hätten in dem Positionspapier "Wandel als Chance" ihre Befürchtungen formuliert und eine Überprüfung des Ausstiegsbeschlusses angemahnt.

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