30 Dollar je Barrel

IfW-Experte im "Tagesspiegel": Ölpreis bleibt hoch

Führende deutsche Konjunkturforscher sehen keine Chancen auf einen baldigen Preisverfall beim Öl. Der Berliner Tageszeitung "Der Tagesspiegel" sagten sie, dass sich die Opec durch den schwachen Dollar eher am Euro orientiere. Die Erholung der Wirtschaft sei aber nicht ernsthaft gefährdet.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Klaus-Jürgen Gern, Forschungsleiter für internationale Konjunktur am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), sagte dem "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe): "Im Durchschnitt wird Öl wahrscheinlich noch für ein, zwei Jahre etwa 30 Dollar je Barrel kosten."

Und auch Manfred Horn, Energieexperte am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, erwartet, dass es nicht sehr bald zu einem Preisverfall kommen wird. "Wir gehen nach dem Verhalten der Opec im vergangenen halben Jahr davon aus, dass sie sich - trotz aller anderen offiziellen Äußerungen - ein neues Preisziel gesetzt hat, nämlich 28 bis 32 Dollar", sagte er dem "Tagesspiegel". Bisher strebt die Opec nach eigenen Angaben eine Preisspanne von 22 bis 28 Dollar an. Grund für die Neuorientierung sei wahrscheinlich der schwache Dollar, sagte Horn. Deshalb orientiere sich die Opec zurzeit offenbar an den Preisen in Euro.

Die Erholung der Weltwirtschaft werde aber durch die hohen Preise nicht ernsthaft gefährdet, sagten die Konjunkturforscher. "Wir erwarten schon negative Folgen. Aber die Industrie ist nicht so sehr von den Energiepreisen abhängig, dass der Aufschwung zum Erliegen käme", sagte IfW-Experte Gern. Horn vom DIW sagte, höhere Energiepreise seien zwar nie gut. Der hohe Ölpreis würde sich allerdings wegen des schwachen Dollars zuerst in der US-Wirtschaft bemerkbar machen. "Aber da ist noch nichts zu erkennen."

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