Vorprogrammiert

IfED warnt vor Strompreissteigerungen

Trotz neuem Energiewirtschaftsgesetz sind weitere Preisteigerungen im Energiebereich vorprogrammiert. Davon sind jedenfalls die Experten des IfED Instituts Heidelberg überzeugt. Gründe: Die wachsende Konzentration im Erzeugungsbereich und mangelnde Transparenz außerhalb des Netzbereichs.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Heidelberg (red) - Das IfED Institut Heidelberg begrüßt das neue Energiewirtschaftsgesetz zwar als einen Schritt in die richtige Richtung, warnt jedoch vor einer neuen Preisspirale und allzu großen Erwartungen an das neue Gesetz. "Sicherlich werden durch die neuen Regeln trotz des damit verbundenen Zusatzaufwands mittelfristig die Netzkosten sinken - das ist positiv", kommentierte Rüdiger Winkler, Leiter des IfED Instituts. "Dennoch wird die zunehmende Konzentration auf der Erzeugungsseite das Preisdiktat verschärfen."

Seiner Meinung nach sind die Preissteigerungen der vergangenen Monate nicht auf die Netzkosten zurück zu führen. Zudem ermögliche die faktisch nicht vorhandene Trennung zwischen Erzeugungs- und Handelsbereichen den ehemaligen Monopolisten Informationsflüsse, die anderen Marktteilnehmern erst verspätet oder gar nicht zur Verfügung stünden. So sei es laut englischen Recherchen in Deutschland gängige Praxis, über geplante Kraftwerksausfälle erst nach dem Ereignis öffentlich zu informieren, während die verbundenen Handelsbereiche frühzeitig in Kenntnis gesetzt wurden.

Preistreibend wirke auch der Emissionshandel, vor allem dann, wenn bei der Strompreisbildung nicht transparent gemacht werde, welche Emissionsrechte zusätzlich eingekauft werden mussten. Zumindest theoretisch bestünde dadurch die Möglichkeit von Windfall-Profits, da Preissteigerungen mit dem Hinweis auf den Zertifikatehandel begründet werden können. Auch hier wäre eine "ordnende Hand" sicherlich im Sinne der Stromkunden und Preisstabilität hilfreich. "Das neue Energiewirtschaftsgesetz kann nur ein erster Schritt sein, auf dem Weg hin zu einem transparenten und diskriminierungsfreien Energiemarkt", mahnt Winkler in Richtung Politik, "es gilt, mehr Transparenz zu schaffen aber auch, Steuern und Abgaben auf die Energiepreise zu senken."

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