6,5 Prozent mehr

IfED: Stromrechnung für private Haushalte steigt

Die privaten Haushalte in Deutschland zahlen in diesem Jahr durchschnittlich 6,5 Prozent mehr für ihren Strom. Das hat das Heidelberger IfED Institut für Energiedienstleistungen GmbH jetzt errechnet. Dabei betrage der Staatsanteil an der Stromrechnung mittlerweile rund 42 Prozent. Die wegen ihrer Höhe häufig kritisierten Netzkosten folgen mit fast 40 Prozent.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Die Stromrechnung für private Haushalte steigt in diesem Jahr um durchschnittlich 6,5 Prozent. Entscheidend für die Verteuerung sind die höhere Stromsteuer und Mehrkosten für erneuerbare Energien sowie steigende Erzeugerpreise. Zu diesem Ergebnis kommt das Heidelberger IfED Institut für Energiedienstleistungen GmbH in einer Untersuchung der aktuellen Marktsituation.

Während ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt im vergangenen Jahr monatlich etwa 44,60 Euro für den Strombezug aufwenden musste, werden es in diesem Jahr bereits etwa 47,50 Euro sein. Verantwortlich für den Preisanstieg seien vor allem die staatlichen Belastungen. "Der Preistreiber sitzt in Berlin", meint dazu Rüdiger Winkler, Leiter des IfED Instituts, "vor allem die höhere Stromsteuer und die ungebremst wachsenden Mehrkosten für Erneuerbare Energien treffen den Geldbeutel der Privatleute in diesem Jahr ganz empfindlich". Aber auch die gestiegenen Erzeugerpreise, vor allem aufgrund höherer Regelenergiekosten und Verteuerung der Primärenergieträger würden voll an die Verbraucher weiter gegeben.

Laut IfED beträgt der Staatsanteil an der Stromrechnung mittlerweile rund 42 Prozent. Die wegen ihrer Höhe häufig kritisierten Netzkosten folgen mit fast 40 Prozent. Der Rest sind die Kosten für Stromerzeugung und Vertrieb.

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