Öl und Gas

IEA warnt Deutschland vor Energie-Abhängigkeit von Russland

Die Internationale Energieagentur warnt Deutschland davor, sich von russischen Öl- und Gas-Lieferungen zu sehr abhängig zu machen - das Land, heißt es, werde die Peise in den nächsten Jahren erhöhen, um seine Wachstumsziele zu erreichen. Verschärft werde das Problem durch den von der Regierung beschlossenen Atomausstieg.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (ddp.vwd/sm) - Die Internationale Energieagentur (IEA) hat die Bundesregierung vor zu hoher Abhängigkeit vor russischen Öl- und Gaslieferungen gewarnt. "Russland braucht in den nächsten Jahren sehr hohe Öl- und Gaspreise, um seine Wachstumsziele zu erreichen", sagte IEA-Chefökonom Fatah Birol der "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe). Die deutsche Strategie, künftig immer mehr Gas aus Russland zu beziehen, sei deshalb riskant. Deutschland mache sich so verwundbar durch die Politik Moskaus.

Derzeit decken Lieferungen aus Russland jeweils etwa 30 Prozent des deutschen Erdöl- und Gasbedarfs. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte erst am Vortag das Interesse Deutschlands an einem weiteren Ausbau der Partnerschaft auf dem Energiesektor betont. Die Entwicklung auf den Rohstoffmärkten mache deutlich, wie wichtig Russland für eine sichere Energieversorgung in Europa sei, sagte Schröder auf einer deutsch-russischen Investorenkonferenz in Stuttgart. Russland habe sich stets als ein "verantwortungsbewusster und zuverlässiger Partner" in der Energiepolitik erwiesen.

Der rot-grünen Energiepolitik erteilte der IEA-Chefökonom generell schlechte Noten. Die "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe) zitiert Birol mit den Worten, Deutschland überschätze die Möglichkeiten der Ökostrom-Erzeugung. Das Ziel, bis zur Jahrhundertmitte den Energiebedarf zur Hälfte durch erneuerbare Energien zu decken, sei zwar ein "guter Wunsch", aber aus seiner Sicht "unrealistisch", Deutschland habe nicht die geografischen Voraussetzungen, um in ausreichender Menge zuverlässig Strom aus Wind, Sonne und Wasserkraft zu erzeugen.

Verschärft werde das Problem nach Ansicht der IEA durch den von der rot-grünen Regierung beschlossenen Atomausstieg. Die Bundesregierung müsse "schnell einen Plan aufstellen, wie die wegfallenden Kernkraftwerke ersetzt werden sollen", sagte Birol. Es sei klar, dass dazu die erneuerbaren Energien nicht ausreichten. Die deutsche Regierung trage zudem an den hohen Strom- und Gaspreisen eine Mitschuld, betonte Birol laut den Zeitungs-Berichten. Berlin habe es bisher versäumt, einen schlagkräftigen Energiemarkt-Regulierer einzusetzen und für das Funktionieren des Marktes zu sorgen.

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