Trotzdem hohe Preise

IEA erwartet stärksten Rückgang der Ölnachfrage seit 1981

Wegen der weltweiten Rezession rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) in diesem Jahr mit dem stärksten Rückgang der Ölnachfrage seit 1981. Der Ölbedarf werde voraussichtlich um drei Prozent auf 83,2 Millionen Barrel pro Tag sinken, teilte die Organisation in ihrem aktuellen Monatsbericht mit.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Dies seien 2,6 Millionen Barrel weniger als im vergangenen Jahr. Noch im April hatte die IEA für 2009 nur mit einer Nachfrage von täglich 83,4 Millionen Barrel gerechnet. Der Verbrauch sei aber in Ländern wie China, den USA und Russland "schwächer als vorhergesehen".

Agentur kritisiert dennoch steigende Preise

Die Energieagentur zeigte sich verwundert mit Blick auf die Ölpreise, die von gut 30 Dollar pro Barrel (159 Liter) Ende 2008 auf zuletzt wieder über 60 Dollar gestiegen sind. Die Märkte würden "dem Gesetz der Schwerkraft weiter die Stirn bieten", erklärte die Organisation.

Sie verwies darauf, dass das Ölangebot wegen Fördererhöhungen des OPEC-Kartells im April sogar wieder um 230.000 Barrel pro Tag gestiegen ist. Dass die Preise hoch blieben, liege an der "Kurzsichtigkeit" der Ölhändler, die sich für die Nachfragebeurteilung an den Finanzmärkten und nicht an der Realwirtschaft orientierten. So liege die wirkliche Ölnachfrage in den USA auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Netzausbau

    Energiesektor: Mehr Geld für Atomkraft - Stillstand bei Ökostrom

    Im Energiesektor wurde global betrachtet 2015 wieder deutlich mehr in Atomkraft investiert. Auch für alte Kohlemeiler wurde viel Geld ausgegeben. Bei Öl und Gas war ein Rückgang zu beobachten, während bei den Erneuerbaren der Geldfluss unverändert blieb.

  • 500 Euro

    Preise für Benzin, Diesel und Heizöl sind wieder gesunken

    Sowohl Heizöl als auch Diesel und Benzin sind im Juni und Juli noch einmal günstiger geworden. Der Preisunterschied ist besonders hoch, wenn man die Kosten mit denen aus dem vergangenen Jahr vergleicht.

  • Hochspannungsmasten

    Stromverbrauch von Handys und Computer steigt enorm

    Die wachsende Verbreitung von Handys und Computern und anderen Elektrogeräten wird in den nächsten Jahrzehnten einen immer größeren Anteil am Stromverbrauch ausmachen. Bis 2030 werde sich der Energiebedarf durch Unterhaltungselektronik und Bürogeräte verdreifachen.

  • Hochspannungsleitung

    Energieagentur befürchtet Öl-Engpass

    Die momentane Lage auf den Weltölmärkten löst unter Branchenexperten keine Begeisterung aus, obwohl sich u.a. die Verbraucher über sinkende Preise freuen. Aber schon 2013 könnte aus laut IEA eine neue Krise geben, weil die großen Ölkonzerne derzeit nicht in neue Förderprojekte investieren.

  • Hochspannungsmasten

    IEA: Ölnachfrage sinkt so stark wie seit 1982 nicht

    Die IEA erwartet für das laufende Jahr den stärksten Rückgang der Ölnachfrage seit 1982. Wie die Agentur in ihrem aktuellen Monatsbericht schreibt, wird 2009 nur noch eine Nachfrage von 84,7 Millionen Barrel pro Tag (bpd) erwartet, nachdem der IWF seine Prognose für das Weltwirtschaftswachstum erneut deutlich gesenkt hat.

Top