Kein Export in andere Länder

IEA-Chef Mandil kritisiert deutschen Atomausstieg

In einem Gespräch mit der "ZEIT" äußerte der Exekutivdirektor der Internationalen Energie Agentur (IEA), Claude Mandil, den Wunsch an die deutsche Regierung, "ihr Missbehagen an der Kernenergie nicht in zu viele andere Länder zu exportieren". Gleichzeitig kritisierte er die Abhängigkeit von russischen Ergaslieferungen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Der Exekutivdirektor der Internationalen Energie Agentur (IEA), Claude Mandil, kritisiert die deutsche Atomausstiegspolitik. Er erkenne zwar das Recht jeder demokratisch gewählten Regierung an, aus der Kernenergie auszusteigen. "Aber ich bitte die deutsche Regierung, ihr Missbehagen an der Kernenergie nicht in zu viele andere Länder zu exportieren", sagt Mandil in der "ZEIT". Er selbst "hoffe auf eine Renaissance der Kernenergie".

"Um die Energieversorgung langfristig nachhaltig zu gestalten, müssen wir alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen: Energie muss viel effizienter verwendet werden, wir brauchen mehr erneuerbare Energie - und wir brauchen mehr Kernkraft", sagt Mandil.

Der IEA-Chef äußert sich darüber hinaus zu der wachsenden Abhängigkeit Westeuropas von russischen Ergaslieferungen. Ihn treibe vor allem um, dass sämtliches Erdgas, das Russland exportiere, durch die Leitungen von Gazprom fließe. "Die Westeuropäer sollten sich bei der russischen Regierung mit aller Macht dafür stark machen, dass auch andere russische Gaslieferanten Zugang zum Gazprom-Netz erhalten", fordert Claude Mandil.

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