Vertragsunterzeichnung

HSE: Spezieller Netzanschluss für Teilchenbeschleuniger

Um den Schwerionenbeschleuniger der GSI ans Stromnetz anzuschließen, wird die HSE bis zum Ende des Jahres 2005 einen speziellen Anschluss herstellen. Dazu wird ein neues Leitungssystem der Umspannanlage Leonhardstanne mit der Urberach errichtet, worüber der Anschluss ins europaweite Höchstspannungsnetz geht.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Darmstadt (red) - Die HEAG Südhessische Energie AG (HSE) wird einen speziellen Anschluss ans Stromnetz für die geplante Beschleunigeranlage FAIR der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt-Wixhausen herstellen. Ein entsprechender Vertrag wurde kürzlich von GSI-Geschäftsführer Prof. Walter F. Henning und Dr. Helmut Zeitträger sowie HSE-Vorstand Dr. Ulrich Wawrzik und HSE-Generalbevollmächtigter Lothar Litters unterzeichnet.

Der Auftrag habe ein Volumen von 2,5 Millionen Euro. Bis Ende 2005 soll der Anschluss für den neuen, mit knapp 700 Millionen Euro Investitionsmitteln veranschlagten Schwerionenbeschleuniger der GSI fertig sein. Er wird die Anlage mit Spitzenleistungen von 30 Megawatt versorgen. Doch im Gegensatz zu einem herkömmlichen Netzanschluss wird die Energie von dem versorgten Teilchenbeschleuniger nicht verbraucht, sondern ständig in Impulsen wieder ins Netz zurückgegeben, erläuterten die Verantwortlichen. Mehrmals pro Sekunde gelangen also rund 30 Megawatt zurück ins Netz. "Diese Impulse sind für sich genommen recht unspektakulär. Doch wenn ständig neue Impulse dazu kommen, können diese sich gegenseitig überlagern und so immer stärker werden - ähnlich wie wenn man Steine in eine Pfütze wirft und die Wellenringe sich überlagern und verstärken - irgendwann schwappt die Pfütze über", erklärt HSE-Projektleiter Klaus Andres den Effekt. Um das öffentliche Stromnetz vor dem Einfluss dieser Impulse zu schützen, müsse der Anschluss für den Teilchenbeschleuniger getrennt vom übrigen Netz erfolgen.

Dazu soll in einem ersten Schritt der 110-Kilovolt-Bereich der HSE-Umspannanlage (UA) Leonhardstanne in Wixhausen erweitert werden. Abgestimmt mit der Stadt Darmstadt und Hessen-Forst werden dafür bereits in den kommenden Wochen einige Bäume gefällt, als Ausgleich will die HSE neue Bäume im Bereich des Gehaborner Hofs pflanzen. In einem zweiten Schritt wird ein neues Leitungssystem von der UA Leonhardstanne zur UA Urberach der RWE errichtet. "Die Impulse gehen also direkt ins Verbundnetz, wo sie kaum spürbar sind", erklärt Andres.

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