15 Prozent

HSE erwirbt Anteile der Aschaffenburger Versorgungs-GmbH

Die HEAG Südhessische Energie AG beteiligt sich mit 15 Prozent an der Aschaffenburger Versorgungs-GmbH. Fünf Prozent der Anteile wurden direkt erworben, der übrige Teil der Beteiligung erfolgt durch die Einlage von Versorgungsnetzen benachbarter Gemeinden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Darmstadt/Aschaffenburg (red) - Rückwirkend zum 1. Januar 2005 beteiligt sich die HEAG Südhessische Energie AG (HSE) mit 15 Prozent an der Aschaffenburger Versorgungs-GmbH (AVG). Hierzu gaben das Bundeskartellamt bereits im September 2004 und nun auch der Stadtrat der Stadt Aschaffenburg grünes Licht. Mit der gestrigen Vertragsunterzeichnung besiegelten Klaus Herzog, Oberbürgermeister von Aschaffenburg, Peter Benz, Oberbürgermeister von Darmstadt, die Geschäftsführer der AVG Peter Bickel und Dieter Gerlach sowie HSE-Vorstandsvorsitzender Albert Filbert und Dr. Ulrich Wawrzik, Technischer Vorstand der HSE, die Partnerschaft.

Die HSE erwirbt die Anteile der AVG zum einen durch eine direkte Beteiligung in Höhe von rund fünf Prozent und zum anderen durch Einlage von Versorgungsnetzen der benachbarten Gemeinden Johannesberg, Haibach und Niedernberg. Diese wird das in Darmstadt ansässige Unternehmen im Tausch von der E.ON Bayern AG für einen Teil ihrer Anteile an der Gasversorgung Unterfranken GmbH erlangen. Als Mehrspartenunternehmen liegt die AVG in unmittelbarer Nachbarschaft zu den bis nach Babenhausen und Schaafheim reichenden HSE-Leitungsnetzen. Hauptanteilseigner der HSE ist die Stadt Darmstadt über die Stadtholding HEAG AG.

"Durch die Beteiligung der HSE soll die Stellung der AVG als Regionalversorger für Strom, Gas, Wasser und Wärme im Stadtgebiet von Aschaffenburg und seinem Umland gefestigt und ausgebaut werden", betonte Peter Bickel von der AVG. Ziel sei, "die AVG langfristig und erfolgreich am Energiemarkt zu positionieren, Synergieeffekte mit Kooperationspartnern zu nutzen, den Erhalt der Arbeitsplätze zu sichern und die Rentabilität des Unternehmens langfristig zu stabilisieren", stellte Dieter Gerlach dar.

Für Oberbürgermeister Klaus Herzog hat die Partnerschaft weitreichende Bedeutung: "Die AVG und HSE vertreten im fortschreitenden Wettbewerb im Energiemarkt kommunale Interessen. Durch kommunale Kooperation bleibt die Entscheidungskompetenz über grundlegende Fragen der Standortentwicklung und der Daseinsvorsorge in der Region erhalten." Ähnlich sieht dies auch der Darmstädter Oberbürgermeister Peter Benz: "Starke kommunale Unternehmen sind Garanten des Wettbewerbs, die der Oligopolisierung des Energiemarktes entgegenwirken."

Albert Filbert sieht in der Beteiligung an der AVG eine Fortsetzung der bisherigen Unternehmensstrategie. "Die HSE baut ihre partnerschaftlichen Beteiligungen mit benachbarten kommunalen Unternehmen weiter aus, mit dem Ziel, ihre Kompetenzen in der Erzeugung, dem Vertrieb und dem Handel mit Energie sowie im technischen Bereich einzubringen."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreise

    Strom- und Gaslieferanten verzichten auf Weiterverkaufsverbote

    Das Bundeskartellamt hat den Großteil seiner Verfahren gegen Strom- und Gasversorger wegen missbräuchlicher Weiterverkaufsverbote abgeschlossen. Zwölf der größten deutschen Versorger haben sich verpflichtet, auf bestimmte Klauseln in Verträgen mit Industriekunden zu verzichten.

  • Stromnetz Ausbau

    Kartellamt sieht Wettbewerbslage auf dem Energiemarkt kritisch

    Das Bundeskartellamt nimmt eine sehr kritische Haltung ein, was den Wettbewerb in manchen Branchen betrifft. Deutliche Worte gibt es zum Beispiel für die Energieversorger. Im Fokus sei derzeit vor allem der Strommarkt.

  • Energieversorung

    HSE veranstaltet Schülerwettbewerb zu Gas- und Wasserversorgung

    Zu den Jubiläen der Gas- und Wasserversorgung in Darmstadt veranstaltet die HSE einen Wettbewerb für Schüler und Auszubildende zu diesen Themen. Für historisch Interessierte gibt es zudem eine Festschrift, in der die Geschichte der Gas- und Wasserversorgung in Darmstadt anschaulich dargestellt wird.

  • Strom sparen

    VEA: Mehr Druck auf Gasversorger ausüben

    "Es lohnt sich, politischen und rechtlichen Druck und ihre oft dreiste Preisgestaltung gegen die Versorger auszuüben", kommentierte VEA-Chef Panitz die Vorgänge in Bayern. Gleichzeitig bedauerte er, dass Bayern seine ursprüngliche Forderung nach einer zehnprozentigen Tarifsenkung nicht durchsetzen konnte.

  • Strom sparen

    Stimmen zum Missbrauchsverfahren gegen fünf Gasversorger

    Mit den unterschiedlichsten Reaktionen haben Politik und Wirtschaft auf die Ankündigung des Kartellamtes reagiert, gegen fünf Regionalversorger Verfahren wegen offensichtlich missbräuchlich überhöhter Gaspreise einzuleiten. Wir haben einige Reaktionen zusammengefasst.

Top