Jenseits des Ölmarktes

Holz statt Öl: Heimisches Rohstoffpotenzial nutzen

Unabhängigkeit vom Ölmarkt und damit von den stetig steigenden Ölpreisen sollte auch in Deutschland das Ziel von Politik, Wirtschaft und Verbrauchern sein. Ein Brennstoff, der in Deutschland eine Alternative bietet, ist Holz. Daher sollte eine verstärkte Verwendung angestrebt werden, sagt der Holzabsatzfonds in Bonn.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Bonn (red) - Die aktuelle Rekordhöhe des Ölpreises zeigt deutlich: Die Entwicklung alternativer Energieträger ist eine der wichtigsten Herausforderungen in den nächsten Jahren, um Unabhängigkeit vom Ölmarkt zu erreichen. Mit Holz hat Deutschland einen marktfähigen Alternativbrennstoff, der sogar in großen Mengen vorhanden ist. "Holz wächst nach, ist lokal verfügbar und hat vielfältige ökologische Vorteile. Damit ist es der ideale Brennstoff der Zukunft - insbesondere im Waldland Deutschland", erläuterte Dirk Alfter, Vorstandsvorsitzender des Holzabsatzfonds in Bonn.

Während 3000 Liter Heizöl 1998 noch unter 750 Euro kosteten, waren es 2004 bereits über 1250 Euro und aktuell sogar über 1625 Euro. Der Preis für eine vergleichbare Energiemenge von Holzpellets liegt laut Alfter seit 2004 konstant unter 1250 Euro. Pellets seien im Schnitt 40 Prozent günstiger als Heizöl und sogar 50 Prozent preiswerter als Gas. Und: Heizen mit Holz sei zudem umweltfreundlich, da die Pellets kohlendioxidneutral verbrennen. Ein weiterer Vorteil der Pellets sei die Stärkung der lokalen Wirtschaft, da das Holz meist aus der Region stammt.

Holzprodukte sind so genannte Plusenergieprodukte, führte Alfter aus. "Das heißt: Zur Herstellung, Nutzung, Instandhaltung und Entsorgung wird weniger Energie benötigt, als aus dem Holzprodukt und den Reststoffen der Herstellung erzeugt werden kann. In Holz steckt mehr Energie, als es auf seinem gesamten Lebensweg verbraucht." Daher sei es dringend geboten, den Verbrauch von heimischem Holz im Sinne der Charta für Holz zu steigern.

Diese Charta ist eine gemeinsame Initiative von Politik, Wirtschaft, Naturschutz und Wissenschaft für eine verstärkte Verwendung von Holz aus heimischen Wäldern. Ziel ist es, den Holzverbrauch in Deutschland zugunsten von Klima, Lebensqualität, Innovation und Arbeitsplätzen in den nächsten zehn Jahren um 20 Prozent zu steigern. "Das Rohstoffpotenzial dafür ist ausreichend vorhanden. Deutschland hat derzeit mit 3,4 Milliarden Kubikmetern den europaweit größten Holzvorrat, der zur nachhaltigen Nutzung bereit steht", so Alfter abschließend.

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