Strom für 200 Haushalte

Hoher Besuch an Biogasanlage Almenhof

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad informierte sich heute über die Biogasanlage auf dem Almenhof im Odenwälder Erbach-Erbuch. Das Know-how des Projekts soll der Optimierung von Folgeprojekten dienen, die NaturPur künftig auch in Rheinland-Pfalz umsetzen möchte.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Biogasanlage auf dem Almenhof im Odenwälder Erbach-Erbuch stößt über die hessische Landesgrenze hinaus auf Interesse - heute informierte sich die rheinland-pfälzische Ministerin für Umwelt und Forsten, Margit Conrad, vor Ort über das innovative Projekt.

Realisiert wurde die Anlage von der NaturPur-Biogasgesellschaft Almenhof mbH, an der die HEAG NaturPur AG mehrheitlich beteiligt ist. Das Know-how von diesem Pilotprojekt soll der Optimierung von Folgeprojekten dienen, die NaturPur künftig auch in Rheinland-Pfalz umsetzen möchte. Hierfür hat der Darmstädter Ökostromanbieter jüngst eine Niederlassung in Mainz gegründet. Josef Werum, Vorstand der HEAG NaturPur AG und Geschäftsführer der NaturPur-Biogasgesellschaft Almenhof mbH, erläuterte der Umweltministerin und den rund 15 interessierten Gästen zusammen mit dem Landwirt und zweiten Geschäftsführer Gerd Holschuh das NaturPur-Konzept und die Funktionsweise der Biogasanlage.

Für rund 320.000 Euro entstand auf dem südhessischen Almenhof eine der modernsten Biogasanlagen Deutschlands. Mit den rund 500.000 Kilowattstunden Strom können durch die Anlage zirka 200 NaturPur-Haushalte versorgt werden. Insgesamt hat die HEAG NaturPur AG in Südhessen bisher gemeinsam mit ihren Vertragspartnern Investitionen in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro initiiert. Künftig will das junge Unternehmen auch in Rheinland-Pfalz in zukunftsorientierte Technologien investieren.

Den Focus beim Ausbau regenerativer Energietechniken richtet NaturPur dabei auf Energiearten, die hohe Nutzungspotenziale aufweisen und gleichzeitig bei Bevölkerung und Politik auf breite Akzeptanz stoßen. Daher forciert sie die Photovoltaik und die Biomassenutzung.

Der Ausbau von Biogasanlagen genießt hohe Akzeptanz, da sie mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Durch die deutliche Verminderung treibhauswirksamer Emissionen wie vor allem von Methan, Lachgas und Kohlenstoffdioxid tragen diese Kraftwerke nachhaltig zur Ressourcenschonung bei. Das vergorene Substrat wird zu einem hochwertigen und geruchsarmen Dünger aufgewertet. Durch die großen Ausbaupotenziale birgt die Technik auch für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt große Chancen. Und nicht zuletzt schafft sie für Landwirte ein neues, zusätzliches Geschäftsfeld: Vom Landwirt zum Energiewirt.

Darin sieht auch Ministerin Conrad einen wesentlichen Vorteil der Biomassenutzung. Die vielfältigen positiven Aspekte macht den Ausbau entsprechender Anlagen auch für Kommunal- und Landesregierungen attraktiv, die entsprechende Fördermittel dafür bereit stellen. "Mit dem Projekt hat die Gesellschaft schon heute eine Zukunftsvision konkret umgesetzt", lobte Frau Conrad die Beteiligten. Als Zeichen für künftige Aktivitäten in Rheinland-Pfalz und eine gute Zusammenarbeit überreichte Josef Werum Frau Conrad einen Solarhubschrauber als Symbol für Solarstromanlagen, die NaturPur künftig auch in Mainz bauen wird.

Der Hausherr des Almenhofs, Friedrich-Ludwig Holschuh erläuterte den Gästen gemeinsam mit Sohn Gerd bei einem Rundgang über den Hof die Arbeitsabläufe eines modernen landwirtschaftlichen Großbetriebs. Der Almenhof ist vom Hessischen Landwirtschaftsministerium als "besonders artgerecht" in der höchsten Kategorie ausgezeichnet worden.

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