Interessenskonflikt

Höhn streitet mit RWE um Energie aus Wasserkraft

Zwischen dem nordrhein-westfälischen Umweltministerium und dem Essener Energiekonzern RWE gibt es einen Interessenkonflikt bei der Nutzung von Wasserkraft. Umweltministerin Höhn will Flüsse, die für die Fischpopulation wichtig sind, künftig von der Nutzung durch Wasserkraftwerke ausschließen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) will die Flüsse im Land in unterschiedliche Klassen einteilen und legt sich dabei mit dem Energiekonzern RWE an. "Letztendlich werden wir uns entscheiden müssen, zwischen Flüssen, die für Fische durchgängig gemacht werden, und Flüssen, die von der Wasserkraftwirtschaft genutzt werden", sagte Höhn der "Welt am Sonntag".

Einer der Flüsse, die von Fischen in Zukunft ungehindert passiert werden können, wird laut Höhn die Sieg sein, in der sich heute wieder hunderte von Lachsen tummeln. Für die Wasserkraft könnten zum Beispiel Teile des Ruhrsystems infrage kommen. Dort würden die Auflagen für die Stauanlagen-Betreiber geringer werden. Zu der Auseinandersetzung mit RWE sagte Höhn: "Wir haben in der Tat einen Interessenkonflikt zwischen der Wasserkraft und den Fischen."

RWE befürchtet in Zukunft erhebliche finanzielle Einbußen. Allein durch den Rückbau von Wasserkraftanlagen an der kleinen Agger im Bergischen Land müssten nach RWE-Angaben rund 14,5 Millionen Kilowattstunden Ökostrom anderweitig erzeugt werden. Das könnte, rechnet der Konzern vor, je nach Stromerzeugungsquelle einen Ausstoß von 11 600 Tonnen Kohlendioxid bedeuten.

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