Berechtigter Unmut

Höhn fordert mehr Transparenz bei Energiepreisen

Nordrhein-Westfalens Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn (Grüne) fordert mehr Transparenz bei den Energiepreisen. Die Spitzenpreise bei Strom und Gas und die Kopplung des Gaspreises an den Ölpreis sorgten für Unmut bei den Konsumenten, sagte Höhn am Mittwoch bei einem Kongress in Bonn.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Bonn (ddp-nrw/sm) - Die Ministerin erinnerte daran, dass vor mehr als sechs Jahren der deutsche Strom- und Gasmarkt dereguliert wurde. Das Mehr an Wettbewerb sollte gerade auch den Verbrauchern zugute kommen. "Wer auf sinkende Strompreise gehofft hatte, sieht sich heute getäuscht", kritisierte Höhn. Zum Ärger der privaten Haushalte und kleineren Gewerbe seien die Strompreise nur anfänglich gesunken und hätten mittlerweile das alte Niveau vor der Liberalisierung überschritten.

Hohe Netzdurchleitungsentgelte würden verhindern, dass neue Anbieter preiswert Strom liefern können. Nach Auffassung der Ministerin könnte der am 15. April im Bundestag anstehende Kompromiss der Koalitionsfraktionen zum Energiewirtschaftsgesetz dabei Abhilfe schaffen. Danach soll eine neu einzurichtende Regulierungsbehörde den Zugang zu den Netzen und die Höhe der Entgelte kontrollieren und genehmigen.

Seit Herbst 2004 hätten verschiedene Gasversorger in mehreren Runden ihre Gaspreise um zum Teil mehr als zehn Prozent erhöht. Der Unmut darüber in der Öffentlichkeit sei nicht zu überhören, befand Höhn. In Sachen Preistransparenz seien die Gasversorger "sehr zurückhaltend". Der Verweis auf die historisch gewachsene Bindung des Gaspreises an den Ölpreis erklärt für Höhn nicht alle Fragen, wie zum Beispiel das Auseinanderdriften der Spanne zwischen Importpreis und Endkundenpreis. Diese Kopplung werde zur Zeit auch von der Bundeskartellbehörde in Frage gestellt.

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