Keine Gartenabfälle ins Wasser

Höhlenbau der Nutrias gefährdet Stauanlagen

In der Umgebung des Wasserkraftwerks Lißberg haben sich Nutrias angesiedelt - was zur Folge hat, dass die Bieber-ähnlichen Tiere nun die Stauanlagen untertunneln und deren Stabilität gefährden. Die OVAG, Betreiber der Anlage, appelliert, die Tiere nicht zu füttern.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Ursprünglich in Südamerika beheimatet, dort in Kolonien an Gewässern lebend, führten ihn Pelzlieferanten vor vielen Jahrzehnten nach Deutschland ein, um ihn in Farmen zu züchten, von wo aus er wiederum entwich oder unrechtmäßig freigelassen wurde: der Nutria. Biberähnlich, jedoch mit rundem Schwanz, die Schneidezähne immer sichtbar, mag er für den ein oder anderen recht putzig wirken, was zahlreiche Zeitgenossen offenbar dazu bewogen hat, die in Freiheit lebenden Nutrias zu füttern.

Deswegen, vermutet Frank Engelmann, Maschinist im Wasserkraftwerk Lißberg der Oberhessische Versorgungsbetriebe AG, haben sich einige Nutrias in der Umgebung dieser Anlage angesiedelt. "Dazu beigetragen hat möglicherweise auch die unzulässige Entsorgung von Gartenabfällen im Bachbett Hillersbach im Ortsbereich von Ortenberg-Lißberg", ärgert sich Engelmann.

Die Nutrias nämlich graben ihre kurzen Höhlen an das Ufer vegetationsreicher Gewässer. Durch diesen Höhlenbau gefährden sie Stauanlagen, das heißt die Dichtheit der Dämme. "Außerdem wird fast die gesamte Ufervegetation durch Abfressen geschädigt, beispielsweise Schilf, Wasserlilie und Binsenkraut", führt Engelmann aus.

Deshalb bittet Frank Engelmann die Bevölkerung die Nutrias keinesfalls zu füttern, da in diesem Fall eine weitere Vermehrung droht. Überdies zählt diese Tierart in Hessen zum jagdbaren Wild.

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