Klimaschutz

Höherer Kohleverbrauch durch US-Fracking

Die stark gewachsene Bedeutung von Schiefergas in den USA hat einer Untersuchung zufolge Auswirkungen auf den Klimaschutz in Europa. Weil durch das sogenannte Fracking die Gaspreise in den USA sanken und damit dort die Nachfrage nach Kohle abnahm, fiel der weltweite Kohlepreis. In Europa sei dadurch der Anreiz gestiegen, mehr Kohle in der Industrie und in der Stromerzeugung einzusetzen.

Fracking© VKU/regentaucher.com

Berlin (AFP/red) - Das zeigt eine am Mittwoch in Berlin vorgelegte Studie der Privatbank Berenberg und des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts.

HWWI-Direktor Thomas Straubhaar erklärte, "durch den niedrigen Kohlepreis und den Zerfall der CO2-Zertifikatepreise in Europa gehen Anreize verloren, in innovative und klimafreundliche Technologien zu investieren". Im europäischen Emissionshandel waren die Preise für Verschmutzungszertifikate zuletzt auf ein sehr niedriges Niveau gefallen. Die Europäische Kommission und das Europaparlament setzen sich daher nun dafür ein, das System zu reformieren und damit den Preis fürs Verschmutzen wieder steigen zu lassen.

Fracking in Deutschland stark umstritten

Fracking, bei dem mit dem Einsatz von Chemikalien Erdgas und Öl aus Schiefergestein-Schichten gewonnen wird, soll die USA bei Gas und Öl von Importen weitgehend unabhängig machen. In Deutschland ist die Technologie höchst umstritten. Befürchtet wird unter anderem eine Belastung des Grundwassers mit Chemikalien.

Die Studienmacher warnten vor einem vorschnellen Handeln hierzulande. Gerade in Ländern mit einer großen Bevölkerungsdichte wie Deutschland hätten die durch Fracking befürchteten negativen Umweltauswirkungen erhebliche Folgen für große Teile der Bevölkerung, erklärte Straubhaar.

Quelle: AFP

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