Schutz

Höhere Auflagen bedrohen Wasserkraft in Bayern

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft in Bayern droht ins wirtschaftliche Abseits zu geraten, befürchtet der Verband der Bayerischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW). Dies liege zum einen am starken Preisverfall durch die Liberalisierung und zum anderen an den behördlichen Auflagen, die Stromerzeugung aus Wasserkraft einschränken.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Über die "Zukunft der Wasserkraft" vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen diskutieren derzeit Experten im Rahmen einer Fachtagung in Augsburg. Insbesondere die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bereitet den Betreibern der mehr als 4000 Wasserkraftwerke in Bayern Kopfzerbrechen. Der VBEW begrüßt zwar, dass durch die WRRL das Wasserrecht europaweit vereinheitlicht wird. Es dürfe aber zu keiner zusätzlichen Benachteiligung deutscher Kraftwerksbetreiber kommen. Er fordert deshalb eine Umsetzung der WRRL in Landesrecht unter besonderer Berücksichtigung der Kohlendioxidfreien Energieerzeugung.

Dem VBEW zufolge drohen staatliche Belastungen, die zum Teil noch aus Monopolzeiten stammen, bereits heute "der Wasserkraft das Wasser abzugraben". Dazu zählten beispielsweise die Schwemmgutbeseitigung mit ihren hohen Deponiekosten, Hochwasserschutzmaßnahmen, die Pflege der Dämme und Heimfallverpflichtungen. Dazu kämen steigende Restwasserauflagen und Unsicherheiten beim Bestandsschutz.

Der Verband fordert daher den Schutz der heimischen Wasserkraft als effizienteste Form der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. "Einerseits werden Millionen Euro in die Förderung von Wind-, Photovoltaik- und Biomasseanlagen gesteckt, andererseits werden ausgerechnet die Auflagen für die Wasserkraft erhöht." Bayern nimmt unter den deutschen Bundesländern mit 18 Prozent Stromerzeugung aus Wasserkraft einen Spitzenplatz bei Strom aus erneuerbaren Energien ein. "Wenn das Ziel der Staatsregierung, die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien weiter auszubauen, umgesetzt werden soll, muss die Wasserkraft in Bayern auch in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen."

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